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Düsseldorf
Verband hat mit Gewässern viel Arbeit

Düsseldorf: Verband hat mit Gewässern viel Arbeit
In der Nähe zur Benrather Rheinterrasse fließt die Itter derzeit betoniert in den Rhein. Nur bei Niedrigwasser ist die Mündung zu sehen. FOTO: Olaf Staschik
Düsseldorf. Der Bergisch-Rheinische Wasserverband betreut im Düsseldorfer Süden zwei Großprojekte - am Galkhauser Bach und an der Itter. Auf der Verbandsversammlung wurde ein neuer Vorsitzender gewählt. Von Eike Hövermann und Andrea Röhrig

Auch wenn es im Juli Dauerregen und sogar Überschwemmungen gegeben hat, gilt das Wasserwirtschaftsjahr 2017 als eher trockenes. Das erklärte Hansbernd Schumacher, Geschäftsführer des Bergisch-Rheinischen Wasserverbandes, bei der 50. Verbandsversammlung. In der Ohligser Festhalle gab Schumacher einen Überblick über die vielfältige Verbandsarbeit an Gewässern, beim Hochwasserschutz und rund um die Abwasserbeseitigung.

Dazu wählten die Delegierten der Kommunen - alle Städte des Kreises, Solingen, Wuppertal und Düsseldorf - und Unternehmen einen neuen Vorsitzenden der Verbandsversammlung: Baudirektor Heinz-Peter Heffungs, Werkleiter des Abwasserbetriebs Erkrath, ist Nachfolger von Jan Heinisch, der seit Sommer nicht mehr Bürgermeister von Heiligenhaus, sondern NRW-Staatssekretär ist.

In Ohligs und Monheim - beides repräsentative Messstellen - fielen im Juli jeweils rund 20 Prozent des gesamten Jahresniederschlags. "Unsere Hochwasserrückhaltebecken in Solingen, Haan, Hilden und Mettmann stauten ein und einige liefen sogar über", so wie das am Thienhauser Bach in Haan, berichtete Schumacher.

Zwar sei man 2017 "von sogenannten Extremer-Eignissen und Hochwasser verschont geblieben", dennoch beeinflussten Starkregen-Ereignisse immer mehr die Unterhaltungsarbeiten an den rund 1000 Kilometern Gewässern im Verbandsgebiet, die zusätzlich zu den routinemäßigen Arbeiten hinzukommen - laut Schumacher galt es "Schäden insbesondere an Ufern und Sohlen zu beseitigen, Treibgut und umgestürzte Bäume aus den Gewässern zu entfernen".

Da die EU-Wasser-Rahmenrichtlinie zumindest gutes ökologisches Potenzial von Gewässern mit einem Einzugsgebiet von mehr als 20 Quadratkilometern bis 2027 fordert, ist der BRW "seit etlichen Jahren dabei, dort wo es möglich ist, strukturarme Gewässerstrecken wieder naturnah umzugestalten", weiß Schumacher.

Dies geschah zum Beispiel am Hoxbach in Hilden. Zur ökologischen Verbesserung auf 400 Metern wurde der Zaun fünf Meter vom schnurgerade verlaufenden Bach abgerückt, der Bachlauf wurde aufgeweitet und die Ufer flacher gestaltet. Ältere, größere, heimische Bäume blieben stehen. Wo Gehölz weichen musste, wurde zugunsten einer ufertypischen, krautigen Bewachsung nicht neu bepflanzt.

Ein umfangreiches Renaturierungsprojekt hat der BRW in Benrath vor der Brust: Der Itter wieder eine richtige Mündung in den Rhein zu verpassen sowie den Fluss aus seinem Betonbett zu holen, wie es etwa entlang des Schlosses der Fall ist. Im August 2016 hatte es einen Öffentlichkeitstermin gegeben. Aktuell sei man bei diesem Projekt noch in Abstimmungsgesprächen, sagte Kristin Wedmann, Fachbereichsleiterin Gewässer beim BRW. Dabei sei ihr Eindruck, dass man bald zu einem Ergebnis kommen werde. Im Anschluss daran beginnt der Verband dann mit den Planungen für das Projekt. "Diese hoffen wir zum Jahresende 2018 fertig zu haben und sie dann bei der Bezirksregierung für das Planfeststellungsverfahren einzureichen." Die Umsetzung der Maßnahme würde dann wohl frühestens ab 2020/2021 sein. Die Kosten für die Umsetzung werden auf rund sechs Millionen Euro geschätzt. Betroffen von den Planungen ist der Benrather Ruderclub mit seiner Bootspritsche.

Weiteres Beispiel: In Langenfeld und Hellerhof wurde auf drei Kilometern Länge des Galkhausener Bachs die Böschung abgeflacht - so entstanden neue Räume für Pflanzen und Lebewesen bei Niedrigwasser. Ersatzauen bieten bei erhöhten Wassermengen zudem zusätzliche Aufnahmekapazitäten, erläuterte Schumacher.

Quelle: RP
 
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