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Düsseldorf-Süd
Verbandsaufsicht nach Ohrfeigenvorfall

Düsseldorf-Süd: Verbandsaufsicht nach Ohrfeigenvorfall
Karim Baghouse (r.), hier in einer Partie gegen Sportring Eller, soll in Hilden von einem Zuschauer geohrfeigt worden sein. FOTO: vam
Düsseldorf-Süd. Als Reaktion auf den Spielabbruch der Kreisliga-B-Partie zwischen MSV Hilden und SFD 75 müssen beide Vereine ihre nächsten drei Spiele unter Aufsicht absolvieren. Der MSV Hilden bestreitet die Tätlichkeit eines Zuschauers. Von Helmut Senf und Birgit Wanninger

Die Ohrfeige saß, und sie hat Folgen. Nach dem Spielabbruch in Hilden, wo ein Zuschauer dem SFD-Akteur Karim Baghouse einen Schlag ins Gesicht gab und es anschließend zu tumultartigen Szenen kam, hat ein Nachspiel. Beide Mannschaften, der MSV Hilden und der SFD 75, werden für drei Spiele mit Verbandsaufsicht belegt.

Während der SFD behauptet, Karim Baghouse, ein Zuschauer sei aufs Feld gestürmt und habe Karim Baghouse geohrfeigt, stellt der MSV Hilden (Marokkanischer Sportverein) die Situation so dar: Karim Baghouse sei Auslöser des Tumultes gewesen, als er nach einem Foulspiel nahe der Seitenlinie beleidigend reagiert habe. Daraufhin sei es zu Überreaktionen gekommen und wobei sich vorübergehend rund 30 Personen auf dem Platz befunden haben sollen. Eine Ohrfeige wird abgestritten.

Offiziell will sich kein Trainer oder Geschäftsführer im Düsseldorfer Amateurfußball äußern. Aber hinter vorgehaltener Hand kommt immer wieder zu Sprache: In beiden Mannschaften spielen Marokkaner mit, die bekannt sind für hitzige Reaktionen. Bekannt ist auch die Aggressivität und die Streitigkeit untereinander. "Doch zitieren Sie mich damit nicht", heißt es gleich mehrfach.

Die SFD-Geschäftsführerin Andrea Haupt erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung: "Fußballspieler mutieren für mich auf dem Platz zu anderen Menschen." Sie verhielten sich oft hitzig. "Und nach dem Spiel bereuen sie ihre Taten."

Laut Auskunft vom Kreisvorsitzenden Bernd Biermann wird die Tätlichkeit eines Zuschauers im Spielbericht nicht erwähnt. "Der Spielabbruch erfolgte, weil es zu einem Tumult gekommen ist, als sowohl Verantwortliche, Ersatzspieler und Zuschauer beider Vereine auf den Platz gelaufen sind."

In einer Kammersitzung muss nun ein möglicher Verursacher ermittelt werden. "Das Verhängen einer Verbandsaufsicht für beide Clubs ist als präventive Maßnahme zu verstehen", erläutert Biermann. Sollte sich herausstellen, dass sowohl der MSV Hilden als auch der SFD 75 für den Spielabbruch verantwortlich sind, bleiben beide Kontrahenten ohne Punkte.

"Vorfälle dieser Art sind die Ausnahme", versichert Hans Dieter Löhe Vereins-Vize der SG Benrath-Hassels. Trainer Mike Kütbach vom Garather SV findet solche Vorkommnisse schlimm für den Amateurfußball. "Oftmals sind Kinder unter den Zuschauern, da sollten sich Erwachsene schon vorbildlich verhalten." Trainer Frank Kober vom TSV Urdenbach weist darauf hin, dass im Falle einer erfolgten Ohrfeige Strafanzeige erstattet werden muss.

Auch SG-Coach René Merken wird deutlich: "Vor allem für Wiederholungstäter sind drastische Strafen notwendig." Die Wirkung, die von einer Verbandsaufsicht ausgeht, hält er für gering. "Da reißen sich die Leute vorübergehend zusammen." Zugleich fordert Merken, dass alle Beteiligten im Gespräch belieben und dass an die Vernunft appelliert wird.

Quelle: RP
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