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Warnstreik in Düsseldorf
Verdi kämpft um mehr Lohn – Busse überfüllt, Kitas zu

Der Warnstreik von Verdi in Düsseldorf
Der Warnstreik von Verdi in Düsseldorf FOTO: dpa, fg fpt
Düsseldorf. Der Verdi-Warnstreik hat am Dienstag für lange Staus in und um Düsseldorf gesorgt. Die Pendler waren frustriert von der Warterei im Stau oder am Taxistand. Am Mittwoch gehen die Warnstreiks in anderen Städten weiter. Auch Flüghäfen sind betroffen. 

Besonders der Streik bei der Rheinbahn war am Dienstagmorgen in Düsseldorf zu spüren. Da keine einzige Straßen- oder U-Bahn fuhr, stiegen viele Pendler am Morgen aufs Auto um oder mussten sich beispielsweise am Hauptbahnhof in lange Schlangen am Taxistand einreihen. Ähnlich voll war es auch an den Haltestellen der wenigen Buslinien, die überhaupt im Einsatz waren. Verständnis für den Arbeitskampf hatten zwar verhinderte Badegäste, die am Düsselstrand vor verschlossenen Türen standen, viele Pendler schimpften aber lauthals

Die Polizei blieb relativ entspannt angesichts der vollen Straßen. Es sei "ein bisschen mehr los" als üblich. Die Staukarte zeigte, dass es im Berufsverkehr in Richtung Innenstadt allerdings größtenteils nur schleichend vorwärts ging. 

15 Kitas geschlossen

Obwohl Verdi angekündigt hatte, dass viele Kindertagesstätten vom Warnstreik betroffen sein würden, waren letztlich laut Stadt tatsächlich 15 der rund hundert Kitas geschlossen. In 31 weiteren Einrichtungen gibt es nur einen Notdienst, dort werden 510 Kinder betreut. Laut Stadt befanden sich insgesamt 218 Mitarbeiter in den Kindertagesstätten im Ausstand. Beim i-Punkt Familie gingen keine Anrufe von Eltern ein, die keinen Betreuungsplatz gefunden hatten. Die Jugendfreizeiteinrichtung Heerdter Landstraße blieb am Dienstag geschlossen. Bei den Offenen Ganztagsschulen Lörick und Heerdt wurde ebenfalls ein Notdienst eingerichtet

Das Einwohnermeldeamt am Höherweg 101 blieb für den Kundenverkehr geschlossen. Dazu gehören die Zulassungsstelle, die Führerscheinstelle, die Verkehrsgewerbestelle und das Bürgerbüro im Straßenverkehrsamt. Der Wildpark und der Sportpark Niederheid waren ebenfalls vom Streik betroffen, an dem 767 der insgesamt rund 10.000 Beschäftigten der Stadtverwaltung teilnahmen. 

Kundgebung am Burgplatz

Die Streikenden, die auch aus Duisburg, Mönchengladbach und Krefeld nach Düsseldorf kamen, zogen in drei Demonstrationen durch die Innenstadt zur zentralen Kundgebung am Burgplatz. unter den 10.000 Teilnehmern befanden sich auch viele junge Arbeitnehmer: "Ich bin heute hier, weil ich die Angebote der Arbeitgeber dreist finde. Gerade für die Azubis bleibt doch kaum etwas übrig", sagte Stefanie Zeleken. Sie arbeitet bei der Düsseldorfer Stadtverwaltung und ist Vorsitzende der Verdi-Jugend. 

Einer der Redner war der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske. Der Wettbewerb um junge Fachkräfte werde in Zukunft härter, sagt er. Mit mehr Lohn und Gehalt und vor allem der Übernahme von Azubis in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis nach der Ausbildung müsse der öffentliche Dienst wettbewerbsfähig bleiben.

"Ungenügendes und provokantes Angebot"

"Solidarität ist gelebter Eigennutz", sagt Bsirske zum Abschluss und wirbt noch einmal für das Engagement in der Gewerkschaft und verspricht, bei den weiteren Verhandlungen hart zu kämpfen. Mit der Anzahl der Teilnehmer sind die Veranstalter zufrieden: "Viele Arbeitnehmer sind unserem Aufruf gefolgt, um gegen dieses ungenügende und provokante Angebot der Arbeitgeber zu protestieren", sagt Verdi-Funktionär Uwe Foullong.

Für Mittwoch kündigte Verdi in NRW weitere Warnstreiks in 58 Städten und Gemeinden an, darunter in Köln und Dortmund. Die Tarifverhandlungen für die rund 2,14 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen werden am Donnerstag in Potsdam fortgesetzt.

Streik an Flughäfen

Zehntausende Reisende müssen sich am Mittwoch auf Verzögerungen und Ausfälle im Flugverkehr einstellen. Allein Lufthansa streicht fast 900 Flüge. Der Düsseldorfer Flughafen wird zwischen 3 und 14 Uhr bestreikt. Auf der Homepage kann man sich über den Stand des Fluges informieren. Außerdem sind Frankfurt, München, Köln/Bonn, Dortmund und Hannover betroffen. 

Hier gibt es das Protokoll des Warnstreiks zum Nachlesen.

Hier wird in NRW gestreikt.

(irz)
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