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Streik in Düsseldorf
Verdi legt die Stadt lahm

Der Warnstreik von Verdi in Düsseldorf
Der Warnstreik von Verdi in Düsseldorf FOTO: dpa, fg fpt
Düsseldorf. Die einen standen schimpfend und frierend Schlange für ein Taxi oder eine der wenigen funktionierenden Buslinien. Die anderen nahmen frei, arbeiteten zuhause oder brauchten mit dem Auto eine Ewigkeit. Und 10.000 streikten. Von T. Breitkopf, S. Geilhausen, F. Hein und U.-J. Ruhnau

Stillstand im Berufsverkehr meldeten gestern die Verkehrsdienste. Tausende Pendler suchten Wege in die Stadt - am Ende standen alle im Stau. Übrigens auch Verdi-Chef Frank Bsirske, der deshalb zu spät zur Kundgebung auf dem Burgplatz kam. Das reduzierte Streik-Angebot, das die Rheinbahn am Vortag angekündigt hatte, belief sich auf 40 Busse - statt knapp 600; die Bahnen blieben sämtlich im Depot. Deutlich zu sehen war das auf der Friedrich-Ebert-Straße: So viele Fußgänger sind dort nur am Rosenmontag vom Hauptbahnhof in Richtung Innenstadt unterwegs. So lief der Streiktag in der Stadt:

Kitas 15 von 101 städtischen Tagesstätten blieben geschlossen, die meisten Eltern informierten sich gegenseitig. Laut Stadt gab es keine Beschwerden. 31 Kitas boten zumindest für 510 Kinder einen Notdienst an. Die offenen Ganztagsprogramme der Schulen blieben unbestreikt, nur in Lörick und Heerdt wurden Notdienste eingerichtet.

Die wenigen Busse waren überfüllt, an der Engerstraße blieben viele Fahrgäste stehen.

Stadtverwaltung Im Bürgerbüro an der Willy-Becker-Allee l lief der Betrieb auf Sparflamme. Nur wer einen festen Termin und viel Geduld hatte, konnte sein Anliegen erledigen. Andere Dienststellen - wie das Straßenverkehrsamt - blieben ganz geschlossen.

Taxis Elfenbeinfarbe beherrschte die Straßen wie sonst bloß an Silvester. Und wie zum Jahreswechsel waren Vorbestellungen nicht möglich. Lange Schlangen bildeten sich an den Halteplätzen, bei vielen lagen die Nerven blank. Verständnis für die Streikenden war da vor allem am Hauptbahnhof fast so rar wie Taxis.

Mehrere hundert Mitarbeiter der Stadtwerke, der Awista und städtischer Dienststellen zogen am Morgen vom Höherweg zum Burgplatz. FOTO: Bauer (2), Ruhnau, Schröter

Busse Dutzende Reisende drängten sich deshalb an den Bushaltestellen. Zu den Bussen, die laut Rheinbahn-Anzeige "wahrscheinlich" fahren würden, gehörten die der Linie 834. Und sie waren ständig überfüllt. An der Engerstraße mussten etwa früh um acht etliche Fahrgäste draußen bleiben, eine Frau schaffte es erst beim dritten Versuch. Spontan bildeten sich Taxi-Fahrgemeinschaften.

Busse IIGemeinsam kamen mehrere tausend Beschäftigte vom linken Niederrhein zur Verdi-Kundgebung mit rund 10.000 Streikenden in die Stadt. 80 Busse parkten auf den Rheinwiesen.

Bahn- und Flugverspätungen: Diese Rechte haben Sie FOTO: AP

Skateboard Für diese Alternative entschied sich ein Mitarbeiter der Ergo, blieb aber die Ausnahme. Vor allem auswärtige Kollegen nahmen kurzfristig frei oder arbeiteten von zuhause aus, sagte Ergo-Sprecherin Monika Stobrawe. Und bei Verspätungen seien die Vorgesetzten gestern großzügig gewesen. Auch bei Henkel sorgten flexible Arbeitszeiten und Fahrgemeinschaften dafür, dass der Streik kaum spürbar für den Betriebsablauf war, hieß es aus Holthausen.

Quelle: RP
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