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Stillstand in Düsseldorf
Rheinbahn, Kita, Bäder - Warnstreik am Dienstag

ver.di erhöht den Druck auf Arbeitgeber
Düsseldorf. Verdi hat zu einem umfassenden Warnstreik im öffentlichen Dienst aufgerufen. Der Öffentliche Personennahverkehr in Düsseldorf soll lahmliegen. Viele Kitas sind geschlossen, die Bäder der Stadt ebenfalls. Verdi will sechs Prozent mehr Geld. Von Thorsten Breitkopf

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten im öffentlichen Dienst für Dienstag zu weitreichenden Streiks in der Düsseldorfer Innenstadt aufgerufen. Anlass ist die zweite Verhandlungsrunde der Tarifrunde zwischen der öffentlichen Hand und der Gewerkschaft. An den verschiedenen Demonstrationen sollen im gesamten Stadtgebiet mehr als 10.000 Menschen teilnehmen. Wir berichten im Liveblog. 

Viele Gewerkschafter bei Rheinbahn

Die Folgen sollen für die Düsseldorfer an vielen Stellen zu spüren sein. "Der Öffentliche Personennahverkehr wird lahmliegen", sagte Verdi-Geschäftsführerin Stephanie Peifer am Dienstag bei einer Pressekonferenz aller an den Streiks teilnehmenden Betriebe. In der Rheinbahn gilt der gewerkschaftliche Organisationsgrad als hoch, weswegen es für Bürger zu empfindlichen Einschränkungen in der Mobilität kommen dürfte. 

Wie bei den vergangenen Warnstreiks versucht das Unternehmen, zumindest einen Teil des Busverkehrs aufrechtzuerhalten. U-Bahn-, Straßenbahn- und die anderen Buslinien fahren nicht. Die Regional- und S-Bahnen sind von dem Streik nicht betroffen. Aktuelle Informationen veröffentlicht die Rheinbahn hier

Eltern wurden bereits informiert

Viele Düsseldorfer Kindertagesstätten bleiben geschlossen. "Die Eltern der Kinder in bestreikten Einrichtungen sind über die Arbeitskampfmaßnahmen bereits informiert worden", sagt Britta Wortmann von Verdi. Eltern, die Kinder in städtischen Tageseinrichtungen haben und vor Ort keine Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder finden, können sich an den Streiktagen ab 7.30 Uhr an den i-Punkt-Familie unter der Telefonnummer 89-98870 wenden.

Ebenso bleiben alle Düsseldorfer Bäder den ganzen Dienstag geschlossen, sagte Gewerkschaftschefin Peifer. Zu deutlichen Verzögerungen soll es in der gesamten Verwaltung kommen, auch wenn soweit absehbar keine Verwaltungs-Stellen komplett geschlossen bleiben sollen. "Wir können nicht sagen, wo bei der Stadtverwaltung Einschränkungen auftreten, weil wir nicht wissen, wo die Stadt ihre Beamten einsetzt. Diese dürfen wir ja leider nicht zum Streik aufrufen", sagte Wortmann.

Sechs Prozent mehr Lohn gefordert

Die Stadtwerker, 80 Prozent sind Verdi-Mitglieder, sind ebenfalls zum Streik aufgerufen, weshalb nach Angaben der Betriebsräte Petra Nolden und Volker Hüsgen sowohl die Hotline als auch das Energie-Servicecenter am Höher Werk für Kunden nicht zur Verfügung stehen werden. Die Mitarbeiter des LVR-Klinikums sind aufgerufen, von 6 bis 21.30 Uhr zu streiken. Die Awista streikt auch.

Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, die Arbeitgeber bieten ein Prozent für sieben Monate, sprich 0,7 Prozent aufs Jahr gerechnet. Ferner soll verhindert werden, dass sich die Mitarbeiter stärker an der betrieblichen Altersversorge beteiligen müssen. "Geld ist genug da, die Steuereinnahmen sprudeln. Dieses Angebot bedeutet Reallohnverlust und ist eine Unverschämtheit", sagt Peifer.

Ab 8 Uhr treffen sich die Streikenden am Technischen Rathaus Brinckmannstraße, am Höher Weg und bei der Rheinbahn in Lierenfeld und ziehen durch die Innenstadt zum Burgplatz. Dort reden ab 10.30 Uhr diverse Gewerkschafter, unter anderem Verdi-Bundesvorsitzender Frank Bsirske.

Für Mittwoch von 3 Uhr bis 14 Uhr hat Verdi einen Warnstreik am Düsseldorfer Flughafen angekündigt.

Quelle: RP
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