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Düsseldorf
Vergewaltigungsprozess nach 16 Jahren

Düsseldorf. 16 Jahre nach angeblichen Vergewaltigungen eines damals sechsjährigen Mädchens hat beim Landgericht der Prozess gegen einen heute 44-jährigen Familienvater begonnen. Der Angeklagte hatte als langjähriger Lebensgefährte der Mutter des Mädchens in derselben Wohnung in Wersten gelebt.

Laut Anzeige der inzwischen 21-jährigen Frau soll er sich dortmehrfach an ihr vergangen haben, als sie noch minderjährig war. Die Anklage nennt bisher aber nur zwei Fälle, die durch die junge Frau noch "ausreichend konkretisiert" werden konnten.

Von dem 44-Jährigen auf der Anklagebank erfuhr die Strafkammer des Landgerichts am Montag nur den Namen und das Geburtsdatum. Jede Aussage zum beruflichen Werdegang, zum Lebenslauf oder gar zu den massiven Vorwürfen der früheren Stieftochter lehnten der Angeklagte und sein Anwalt jedoch ab. Als Zeugin soll die junge Frau dann auch vor Gericht ihre belastenden Darstellungen wiederholt haben. Details dazu soll aber niemand erfahren: Mit Rücksicht auf die Intimsphäre der 21-Jährigen wurde die Öffentlichkeit für die Dauer dieser Aussage vom Prozess ausgeschlossen, alle Zuschauer mussten den Saal verlassen.

Laut Anklage wurde nur so viel bekannt: Der Angeklagte hatte zwischen 1998 und 2011 mit einer Frau und deren Tochter in Wersten zusammen gelebt. Wie, wo und wie oft es zu sexuellen Übergriffen auf das damals sechsjährige Mädchen gekommen sein soll, ist nach 16 Jahren jetzt nicht mehr genau herauszufinden. Die 21-Jährige gab bei der Polizei aber an, im Juli 2000 habe der Angeklagte eine Situation ausgenutzt, als seine damals schwangere Lebensgefährtin die gemeinsame Wohnung gerade verlassen hatte. Dabei soll der 44-Jährige das Kind in einem Hochbett sexuell genötigt und auch vergewaltigt haben.

Konkret gab die Frau noch an, der damalige Freund ihrer Mutter habe diese Tat Mitte Oktober 2000 in der Wohnung wiederholt. Genau könne sie das deshalb sagen, weil ihre Mutter damals gerade in einer Klinik war und den Sohn des jetzigen Angeklagten geboren habe. Das soll der jetzt 44-Jährige sogar noch betont haben, als er sich angeblich an dem Mädchen verging: "Dein Halbbruder kommt gerade zur Welt." Im Prozess, für den mehrere Verhandlungstage eingeplant sind, soll auch eine Gutachterin zur Glaubwürdigkeit der jetzt 21-Jährigen gehört werden.

(wuk)
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