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Düsseldorf
Verkehrsclub kritisiert die Wehrhahn-Linie scharf

Düsseldorf. Freunde werden der Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und die Rheinbahn wohl nicht mehr. Zumindest nicht, wenn es um die Wehrhahn-Linie geht. Erst hat sich der VCD deutlich gegen die neue U-Bahn-Trasse gestellt. Jetzt, nachdem sie gebaut wurde, kritisiert er die Umsetzung: Sie habe vielfach noch erhebliche Mängel. Von Maximilian Krone

Hauptkritikpunkt ist aber die "Fahrgastunfreundlichkeit" in vielen der neu gebauten U-Bahnhöfe. Dort fange das Problem schon an, bevor man die Station überhaupt betreten habe, so zum Beispiel am Graf-Adolf-Platz. "Wenn die Fahrgäste hier in die U-Bahn gehen, sehen sie abgesehen von einem großen blauen Schild mit der Aufschrift des Haltestellennamen nichts. Keine Angaben, welche Linien dort verkehren, wo der Eingang hinführt, nichts", sagt Andreas Luberichs vom Verkehrsclub.

Auf der Zwischenebene werde es nicht besser. Dort hingen zwar Hinweistafeln, doch diese seien nicht beleuchtet und daher nur schwer zu erkennen. Wer als gehbehinderter Mensch auf einen Aufzug angewiesen ist, habe es noch schwerer. Zwar gebe es zwei Aufzüge, aber man wisse nicht, wohin diese führen. "Auch dort fehlen die Aufschriften. Wer Pech hat, landet am falschen Gleis", sagt Jost Schmiedel vom VCD. Neue Kunden gewinne man so nicht. Und das sei ja Ziel des mehrere hundert Millionen teuren Baus gewesen.

"Die Rheinbahn sollte zusehen, die Fahrgäste nicht unnötig zu verärgern, damit sich die Linie auch rentiert", sagt Schmiedel. Mit dunklen Hinweisschildern und alten Lageplänen werde das nichts, sagt er und zeigt auf einen Info-Kasten am Graf-Adolf-Platz. "Auf dem Plan existiert die U-Bahn-Station noch gar nicht. Da sich nirgends vernünftige Schilder finden, auf denen erkenntlich wird, wo die Anschlusslinien fahren, sind viele, die sich nicht auskennen, verloren." Schon oberirdisch sei schwer zu erkennen, wo beispielsweise der Schnellbus hält.

Für den Verkehrsclub sind das unhaltbare Zustände. Sie verstehen die Rheinbahn nicht, die mit kleinen Korrekturen gegensteuern könnte. "Wir haben vielfach, versucht unsere Anmerkungen weiterzuleiten, doch eine wirkliche Rückmeldung, ob auch etwas passiert ist, haben wir nicht", sagt Jost Schmiedel. Auch die Pünktlichkeit der Züge kritisiert der VCD. "Es wäre ein guter Schritt, wenn die Rheinbahn die Pünktlichkeit erhebt und die erkannten Ursachen dann systematisch behebt", sagt er. Einen konkreten Vorschlag, was gemacht werden kann, damit Bahnen oberirdisch beispielsweise weniger im Stau stehen, blieb der VCD aber schuldig.

Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher kündigt an, man werde der Kritik nachgehen.

Quelle: RP
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