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Düsseldorf
Verliebter Beamter rammt betrunken ein parkendes Auto

Düsseldorf. Mit Tränen der Erleichterung dankte ein 20-Jähriger gestern einer Jugendrichterin für ihr Urteil. Sie reagierte verblüfft: "Ich mache hier ja selten jemanden glücklich!" Doch für den jungen Mann ging es nach einer Trunkenheitsfahrt mit einem frisierten Motorroller und einem Unfall auch um seine berufliche Zukunft als Finanzbeamter auf Widerruf. Die sah er im Strafprozess stark gefährdet. Doch die Richterin verhängte gar keine Strafe gegen ihn, ermahnte ihn nur und brummte ihm eine Zahlung von 600 Euro auf.

"Ich weiß, dass es total daneben war", gab sich der Angeklagte sofort reumütig. Seine Anwältin schrieb die Vorfälle gar der "Verliebtheit" des 20-Jährigen zu, sprach von einer "Spontan-Tat". Immerhin hatte der junge Mann in einer Frühjahrsnacht mit zwei Frauen in der Altstadt seine Zwischenprüfung gefeiert, sich zu einer der Frauen stark hingezogen gefühlt. Gefunkt habe es aber nicht, also sei er nach Hause gegangen. Über Handy bekam er dort jedoch eine Anfrage just jener Frau, wo er geblieben sei. Der Angeklagte: "Ich wollte kein Spielverderber sein!" Also habe er sich wieder angezogen und auf seinen Roller gesetzt, um das Treffen fix nachzuholen. Unterwegs prallte er mit 1,87 Promille Alkohol im Blut gegen ein geparktes Auto, verursachte Blechschaden von 14.277 Euro. Die Richterin sah bei dem 20-Jährigen erhebliche Reifeverzögerungen, beurteilte ihn nach dem milderen Jugendrecht.

(wuk)
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