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Düsseldorf
Videoüberwachung für alte Bahnen

Düsseldorf: Videoüberwachung für alte Bahnen
Der erste Wagen vom Typ NF6 ist bereits nach Leipzig geliefert worden. Die Züge sollen generalüberholt werden. FOTO: Rheinbahn
Düsseldorf. Die Rheinbahn lässt für 20 Millionen Euro ihre 40 ältesten Wagen überholen.

Die Rheinbahn lässt die bis zu 20 Jahre alten Niederflur-Straßenbahnen der ersten Generation auffrischen. Für mehr als 20 Millionen Euro überholt eine Leipziger Firma die 40 Fahrzeuge vom Typ NF6 - und erneuert die Fahrzeuge von Grund auf. Die Wagenkästen werden sandgestrahlt, die Unterböden ausgetauscht, die Achsen und Drehgestelle fit gemacht und alle elektrischen Teile aufgearbeitet oder ausgewechselt. Im Inneren kommen die NF6 nach ihrer "Runderneuerung" frischer daher: Die Wände und Decken werden in einem helleren Weiß erstrahlen und damit schon an die neuen Hochflur-Stadtbahnwagen angepasst, die ab 2018 in Serie ausgeliefert werden.

Zudem wird die Ausstattung der Züge modernisiert. Statt der Leuchtstoffröhren lässt die Rheinbahn eine energiesparende LED-Beleuchtung einbauen. Für mehr Sicherheit erhalten alle NF6 eine Videoüberwachung - wie sie in neueren Zügen bereits Standard ist. Außerdem erhalten die Wagen einen neuen, rutschfesten Fußboden. Auch der Arbeitsplatz der Fahrer wird verbessert. Sie erhalten bessere Sitze und Bedienpulte.

Der Prototyp, der bereits an das Unternehmen geliefert wurde, soll im Frühjahr zurückkehren. Dann machen sich nach und nach die anderen Wagen auf den Weg nach Leipzig. Aktuell geht die Rheinbahn davon aus, dass das Programm im Sommer 2019 abgeschlossen sein wird. Die NF6 fahren auf allen Düsseldorfer Straßenbahnlinien. Die Wagen wurden zwischen 1996 und 1999 an die Rheinbahn ausgeliefert.

Die hohen Investitionen in den Fuhrpark sind eine der größten Herausforderungen für das kommunale Verkehrsunternehmen - vor allem, falls es sein Angebot ausbauen soll, wie es die Politik wünscht. Die neuen Hochflur-Bahnen hatte die Rheinbahn gemeinsam mit den Kölner Verkehrsbetrieben ausgeschrieben. Der 200-Millionen-Auftrag ging erstmals nicht an Siemens - den Hersteller aller bisherigen Silberpfeile -, sondern an Bombardier. Die Erneuerung der alten Wagen soll zusätzliche Neukäufe unnötig machen: Die generalüberholten Fahrzeuge sollen 16 weitere Jahre auf den Schienen unterwegs sein.

(arl)
 
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