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Serie Düsseldorf International
Viel schöner als auf den Champs-Élysées"

Serie Düsseldorf International: Viel schöner als auf den Champs-Élysées"
Abdullah Alajmi (2.v.l.) und Lulwa Al Rumini (4.v.l.) sind Teil einer 25-köpfigen Großfamilie aus Katar und Bahrain, die sich in Düsseldorf als Ausgangspunkt einer Deutschlandreise trifft. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Manche Besucher aus den Golf-Staaten kommen seit zehn Jahren nach Düsseldorf. Sie schwärmen von der Stadt und ihren Bewohnern. Von Sonja Schmitz und Anne Orthen

Wer in den Abendstunden über die Kö geht, merkt, dass sich dort nun auch ein neues Publikum eingefunden hat. Für Besucher aus den Golf-Staaten zählt Düsseldorf zu den beliebtesten Urlaubszielen. Und anders als in den meisten europäischen Ländern reisen die Urlauber aus den Golf-Staaten mit der Großfamilie an.

So kann es sein, dass eine fast 20 Personen starke Gruppe mit Kleinkind im Buggy, Oma im Rollstuhl und einer Schar pubertierender Jungs mit Käppi von einem Luxusladen zum anderen zieht.

Imem und Mohammed Abdallah mit den Töchtern Shera und Amda erleben Düsseldorf als so etwas wie eine verkehrsberuhigte Zone: "Der Verkehr in Dubai ist furchtbar", sagen sie. FOTO: Anne Orthen

Alia (31) und ihre Schwester Nora (39) Althani haben sich an diesem Abend zu zweit auf den Weg gemacht und bummeln am Kö-Bogen entlang. Auf der gegenüberliegenden Seite im Hofgarten ist ihr Bruder mit Frau und Sohn unterwegs. Sie bewegen sich in Düsseldorf auf vertrautem Terrain. "Wir kommen seit zehn Jahren hierher", sagt Alia Althani in fließendem Englisch. Beim ersten Mal hätten die Menschen in den Läden noch Angst vor ihnen gehabt, erinnert sie sich. Aber mittlerweile wird sie im Restaurant, in der Apotheke und ihrem Lieblingscafé Leysieffer überschwänglich empfangen: "Welcome home!"

Alia erzählt, dass die Familie aus Dubai kommt und ein Haus in Mönchengladbach besitzt, aber wenn es zum Shoppen nach Düsseldorf geht, dann mietet man sich für eine Woche im Steigenberger Parkhotel ein. Die Schwestern begeistern sich dafür, dass in Düsseldorf alles so nah beieinander liegt: die Geschäfte, die Restaurants, die Altstadt. Und auch die Modevielfalt von klassisch bis casual ist für sie ein starkes Argument. Außerdem begibt sich ihre Mutter jedes Jahr in die Uniklinik zum medizinischen Check-up.

Wenn die Schwestern in der Stadt unterwegs sind, dann stellen sie schnell fest, woher die anderen arabischen Touristen kommen. "Aus Dubai sind dieses Jahr nicht so viele da, dafür viele aus Katar", meint Alia. Sie deutet auf eine Gruppe von Männern, die auf Höhe des Dreischeibenhauses im Hofgarten unterwegs ist. Auch die Männer kämen aus Katar und seien Mitglieder der königlichen Familie, berichtet sie und zieht dann mit ihrer Schwester weiter Richtung Altstadt.

Majed Almarri gefällt es so gut in Düsseldorf, dass er den Aufenthalt mit seinen Töchtern Nora und Sara um eine Woche verlängert hat. FOTO: Anne Orthen

Auf den Stufen am Kö-Bogen haben sich Majed Almarri (31) und seine Frau niedergelassen, die beiden Töchter Nora und Sara füttern Tauben und Enten. Im Buggy lagern Papiertüten einer Kette, die für ihre niedrigen Preise bekannt ist. "Es sind die gleichen Sachen wie bei uns, sogar zu den gleichen Preisen", ist das Fazit der Frau, die nicht im Bild und mit Namen erscheinen möchte. Die Familie aus Dubai ist zum ersten Mal in Düsseldorf und überaus positiv überrascht, was Düsseldorf zu bieten hat. Allein die Vielzahl der Shopping-Malls rund um die Kö beeindruckt Majed Almarri. "Ich hatte ursprünglich eine Woche gebucht, habe jetzt um eine Woche verlängert", berichtet er.

Bei ihm genauso wie bei anderen arabischen Touristen, die sich über Düsseldorf äußern, müsste man nur eine Kamera mitlaufen lassen - heraus käme ein sehr authentischer Werbefilm. "Es ist sehr schön und ruhig hier, die Menschen sind sehr nett und respektvoll. Es gibt überhaupt keine Probleme", berichtet Majed Almarri. "Ich überlege, ob ich in sieben Monaten noch einmal hierher komme." Ein kleines Problem hat er aber doch festgestellt, nämlich mit den Taxis. Was tun, wenn man keines sieht? Da erlebten einige Araber ratlose Momente. Zum Glück hat ihm das Hotel eine Nummer mitgegeben, die er anrufen kann.

Mit dem Mietwagen ist Familie Abdallah aus Brüssel angekommen. "Es gab auf dem Weg kaum Verkehr. Das war sehr angenehm. Der Verkehr ist in Dubai furchtbar", berichtet Mohammed Abdallah, der mit Frau Imem und den Töchtern Shera und Amda auf der Kö unterwegs ist. Am Griff des Buggys hängt eine Tüte von Armani.

Obwohl die beiden Töchter lieber über die Königsallee tollen als brav im Buggy zu sitzen, wirken die Eltern entspannt. "Das Klima ist hier so angenehm", sagt der 32-jährige Vater. Als Düsseldorfer findet man es ein wenig kühl und grau für einen Sommertag und kündigt daher an, dass das Wetter besser werden soll. "Kälter?", fragt das junge Paar hoffnungsvoll und lacht. In den Golf-Staaten fliehen die Bewohner derzeit vor Temperaturen über 40 Grad ins kühlere Ausland.

Die Schwestern Alia und Nora Althani, die seit zehn Jahren im Sommer nach Düsseldorf kommen. FOTO: Anne Orten

Aus demselben Grund ist eine Großfamilie aus Bahrain und Katar angereist. "Wir treffen uns in Düsseldorf, um von hier aus weiter nach Bremen und Hamburg zu reisen", berichtet Lulwa Al Rumini. Die 30-jährige Schulleiterin sitzt mit Mann, 14-jähriger Tochter und dem Schwager Abdullah Alajmi auf der Terrasse eines Kö-Restaurants.

Und auch Alajmi schwärmt werbewirksam von Düsseldorf: "Wir waren in Paris, aber hier ist es schöner als auf den Champs-Élysées. Und es ist sicher."

Quelle: RP
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