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Düsseldorf
Viele Bauprojekte rund um Bilk

Düsseldorf: Viele Bauprojekte rund um Bilk
Anwohner der Gustav-Poensgen-Straße wehrten sich gegen das pauschale Fällurteil für die Bäume auf ihrer Straße - mit Erfolg. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Schulen, Gewerbe, Wohnungen - in kaum einem anderen Bezirk wird so viel gebaut. Auch das Thema Verkehr polarisiert. Von Nicole Kampe

Ein erstes Projekt, für das die Bezirksvertretung 3 zuständig ist, wird schon kurz nach dem Jahreswechsel angegangen - eines mit viel Zündstoff. Endlich wird sich etwas tun an der alten Papierfabrik im Hafen. Mitte Dezember hätten die Bagger schon anrücken sollen, die BV wollte dem Bauantrag aber nicht zustimmen. Einen Dringlichkeitsbeschluss hat es dann kurz vor Weihnachten gegeben, jetzt kann am 2. Januar der Abriss beginnen. Ein langes Kapitel, das sich schließt. Auch wenn sich einige Bezirksvertreter schwergetan haben, aus Angst, der Investor setze kein hafenaffines Konzept um. "Rialto Capital AG darf aber nicht der Sündenbock sein für das Problem des gesamten Hafens", mahnt Bezirksbürgermeister Walter Schmidt (CDU).

Auf viele Bauvorhaben freut sich Schmidt, die Carolinger Höfe, das Wohnquartier an der Martinstraße, auf Trivago und die Projekte an Speditions- und Neusser Straße. Eines ist dem Bezirksbürgermeister besonders wichtig für 2018: Globaler denken! Wenn zum Beispiel Wohnraum geschaffen wird, darf das Handwerk nicht verdrängt werden. Gespannt ist Schmidt auf den Fortschritt der "Schöffenhöfe". Anfang 2017 war der Spatenstich für das Quartier hinter dem Justizzentrum, mehr als 370 Wohnungen werden dort gebaut, 2020/2021 soll der Bau fertiggestellt sein. "Ein echter Eyecatcher wird das Fürst und Friedrich", sagt Schmidt, und schließlich ist er froh, dass der Neubau der Regenbogenschule an der Kirchfeldstraße/Ecke Talstraße umgesetzt wird. "Und es ist schön, dass die Kita im Volksgarten kommen soll", sagt Schmidt.

Ein Bauprojekt, auf das alle im Stadtbezirk gespannt sind: "Fürst und Friedrich" an der Ecke Fürstenwall/Friedrichstraße. FOTO: SOP Architekten

Ein Auge will Dietmar Wolf von den Grünen auf das Gebäude am Fürstenwall 100 haben. "Ein sehr interessantes Projekt kommt dort auf uns zu", sagt Wolf, im Juli 2018 verlässt das Albrecht-Dürer-Berufskolleg den Komplex, "für zwei Jahre belegt das Lore-Lorentz einige Räume, doch was dann?", fragt Wolf. Neben weiterer schulischer kann er sich auch eine kulturelle Nutzung dort vorstellen - Ateliers, kulturelle Bildungsangebote, Probebühnen, Veranstaltungsformate.

Dass viel gebaut wird im Stadtbezirk 3, ist kaum zu übersehen. Immer wieder kämpften die Grünen für den Erhalt historischer oder erhaltenswerter Fassaden, oft erfolglos. "Sollten historische Gebäude betroffen sein, fordern wir von den Investoren endlich intelligente Konzepte, diese Gebäude in die Bauvorhaben zu integrieren und nicht abzureißen", sagt Thorsten Graeßner von den Grünen. Für Schmidt gibt es bei der Gestaltung im Stadtbezirk noch Nachholbedarf. "Viele Menschen fordern mehr Lebensqualität", sagt er. Am Aachener Platz muss sich etwas tun, am Mintropplatz auch, "die Plätze sind das Eintrittstor in unsere Stadtteile".

Wolf hat außerdem die "Verkehrssituation Bilker Kirche" auf seiner Agenda. Dazu habe es vor Jahren drei Modelle gegeben, zu hoch seien aber die Kosten gewesen. Gerne würde Wolf die Planungen in 2018 wieder aufgreifen, zumindest in Teilen, damit der Haushalt kostenmäßig nicht derart belastet wird. "Die Situationen an der Fünferkreuzung müssen wir entschärfen und Mobilitätsgerechtigkeit schaffen", sagt Wolf, der sich an einen Vorschlag erinnert, der mehr Fußgängerfreiheit und Freifläche für Gastronomie berücksichtigte. Für ein Verkehrskonzept rund um das Bachplätzchen will sich Graeßner einsetzen, sichere Schulwege schaffen und den Durchgangsverkehr rund um das Bachplätzchen begrenzen. "Dieses Konzept fehlte uns schon 2017", sagt er. Außerdem regt er an, dass Tempo 30 auf der Bilker Allee im Bereich der beiden Schulen Kronprinzenstraße und Florastraße geprüft wird.

Dass sich der Einsatz der Stadtteilpolitiker stets lohnen kann, zeigt die Situation an der Gustav-Poensgen-Straße, wo für den Bau des Rhein-Ruhr-Expresses 71 Bäume hätten gefällt werden können. Eine Empfehlung sprach die Bezirksvertretung schließlich aus, dass die Deutsche Bahn nämlich jeden Baum individuell prüfen muss und keinen Freibrief bekommt, alle Bäume per se fällen zu können.

Quelle: RP
 
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