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Düsseldorf
Viele Frauen Opfer von Raubüberfällen

Raub, Betrug, Diebstahl: Kriminalität in der Altstadt
Raub, Betrug, Diebstahl: Kriminalität in der Altstadt FOTO: Christoph Göttert
Düsseldorf. Beinahe täglich meldet die Polizei Straftaten auf offener Straße. Fast immer sind Frauen die Opfer. Von Uwe-Jens Ruhnau

Raubüberfälle am Nachmittag: In Düsseldorf sind sie an der Tagesordnung. Während es nach Karneval meist ein wenig ruhiger wird für die Ordnungskräfte, haben sie jetzt immer wieder mit diesen Fällen von Straßenkriminalität zu tun. Auffällig an den jüngsten Meldungen: Oft sind Frauen Opfer der Räuber, bei den Täterbeschreibungen ist meist die Rede von dunkelhäutigen oder südländisch aussehenden Männern. Abgesehen haben die es in der Regel auf das Portemonnaie und/oder das Smartphone der Opfer. Diese werden meist mit körperlicher Gewalt an einer Wand oder Ecke fixiert und zielgerichtet ausgeraubt.

Während Einsatzkräfte auf der Straße den Eindruck haben, dass es eine Häufung dieser brutalen Raubdelikte gibt, möchte man im Präsidium nicht von einer Zunahme sprechen. Dies sei Spekulation, sagt Polizeisprecher Marcel Fiebig. Im März werde die Polizeistatistik für 2015 vorgelegt, dann könne man mehr sagen.

Die Tricks der Taschendiebe - davor warnt die Polizei FOTO: Polizei Köln

Freitag gemeldet Einen Schock erlitt eine 88-jährige Frau aus Pempelfort am Donnerstag. Sie hatte um 16.45 Uhr an der Nettelbeckstraße gerade ihre Wohnungstür aufgeschlossen, als ein Unbekannter sie von ihrem Rollator wegstieß, aus der dort aufgehobenen Tasche das Portemonnaie stahl und flüchtete. Der Täter: 20 bis 30 Jahre alt, 1,75 Meter groß, dunkle Hautfarbe. Etwas später, um 17.35 Uhr, würgte ein Nordafrikaner (24) an der Immermannstraße eine 20-Jährige, stieß sie zu Boden und entriss ihr das Handy. Sie schrie um Hilfe, zwei Männer (22 und 23) verfolgten den Räuber, fassten ihn und übergaben ihn der Polizei.

Donnerstag Ein brutaler Straßenraub ereignete sich am Donnerstag um 14.50 Uhr an der Hamborner Straße im Bereich des Unterrather Bahnhofs. Ein Mann, 35 bis 45 Jahre alt, südländisches Aussehen, Mittelscheitel, schlug eine 73-Jährige mehrfach, so dass sie stürzte. Er entriss ihr die Handtasche, ließ diese auf der Flucht aber fallen.

Ältere Fälle Viele Details der Schilderungen ähneln einander. Eine Abweichung bedeutet jedoch die gestrige Bekanntgabe eines Falls vom 27. Januar, der wegen Schocks erst später angezeigt wurde. Dabei wurden eine 38-Jährige, eine ältere Dame und eine etwa zehnjährige Schülerin in der Straßenbahn 706 von zwei Männern, die mit einem Messer bewaffnet waren, ausgeraubt. Die Tat geschah gegen 18 Uhr auf der Strecke zwischen Benrather Straße und Graf-Adolf-Platz. Ein unbekannter Zeuge verfolgte das Duo und konnte zumindest die geraubten Portemonnaies den Opfern zurückbringen - allerdings ohne das Geld. Die Täter: 30 bis 40 Jahre alt, südländisches Aussehen. Hier wie bei den übrigen Straftaten bitte die Polizei um Zeugenhinweise unter der Rufnummer 0211/8700.

Die fiesen Tricks der Diebe an der Haustür FOTO: RP

2. Februar Auf der Metzer Straße in Derendorf spricht ein Mann, südländisches Aussehen, eine 43-Jährige an, will angeblich Geld gewechselt haben. Als die Frau die Geldbörse öffnet, hält der etwa 20- bis 25-Jährige ihr ein Messer an den Hals. Er fordert Geld, sie gibt ihm Scheine. Dennoch durchsucht der Täter die Frau nach weiteren Wertsachen, stößt sie zu Boden und flüchtet.

9. Februar Eine Woche später trifft es in Gerresheim eine 40-Jährige. Sie wird auf der Heyestraße um 17 Uhr von einem Unbekannten gegen eine Hauswand gedrückt und ausgeraubt. Eine Stunde später wird eine 32-Jährige an einer Bushaltestelle an der Corneliusstraße mit Reizgas von zwei Farbigen angegriffen. Sie reißen ihr das Handy aus der Hand und fliehen.

Zahlen Die Kriminalstatistik für 2015 wird im März vorgelegt. Vor einem Jahr vermeldete die Polizei einen Rückgang der Straßenraub-Fälle von 626 auf 583 Taten. Doch der leichte Rückgang in der Straßenkriminalität insgesamt ist ein zweischneidiger Erfolg. Denn was aus den Zahlen nicht hervorgeht, ist die wachsende Brutalität und das zunehmend skrupellosere Vorgehen der Räuber.

Quelle: RP
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