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Düsseldorf-Süd
Viele Probleme mit Altpapiercontainern

Düsseldorf-Süd. Die Verwaltung prüft 30 immer stark vermüllte Standorte von oberirdischen Altpapiercontainern, ob sie durch unterirdische Anlagen ersetzt werden. Anfang der Woche brannte ein Container in der Halbuschsiedlung. Von Lina Oster, Andrea Röhrig und Maren Stillger

Anwohner des an der Opladener Straße gelegenen Schützenplatzes haben die Nase voll: Immer wieder werden die Altpapapiercontainer in Brand gesetzt. Die Mitglieder der Bezirksvertretung 9 hatten deshalb die Verwaltung gebeten, zu prüfen, ob man dort unterirdische Altglas- und Altpapiercontainer installieren könne. Doch diese Bitte hat die Verwaltung nun mit dieser Begründung abgelehnt: Die Einrichtung einer unterirdischen Containeranlage kostet zirka 90.000 Euro. Hinzu kommen Folgekosten für die Wartung und Instandhaltung der Anlage. Für den Bau von Unterflurcontaineranlagen stehen derzeit keine Mittel zur Verfügung.

Allerdings scheint die eine Verwaltungsabteilung nicht zu wissen, was die andere gerade tut: Denn, wie es gestern auf Anfrage bei der Verwaltung hieß, hat die Stadt "intern eine Liste von 30 Standorten erstellt, für die geprüft wird, ob, beziehungsweise mit welchem Aufwand eine Verlegung unter die Erde möglich ist. "Dabei handelt es sich um oft vermüllte Standorte", teilt Stadtsprecher Volker Paulat mit. Aktuell gibt es in der Landeshauptstadt 34 (von insgesamt über 800) Stellen, an denen die Altpapier- und Altglascontainer unterirdisch angelegt sind. Mit einem Ergebnis wird erst in einigen Monaten gerechnet. Weitere fünf bis sieben sind laut Stadt für einige Neubaugebiete geplant.

Dort, wo diese Anlagen stehen, sind die Anwohner überwiegend angetan. "Ich finde sie besser als die oberirdischen Container, da man jetzt auch den Platz unter der Erde nutzen kann", sagte ein Anwohner der Straße Im Besental lobend. Ein anderer äußerte aber auch Kritik: "Es sieht zwar schön aus. Trotzdem sind sie oft voll und werden zu selten geleert. Zwei sind aber zu wenig. Der Müll bleibt trotzdem neben den Containern liegen", heißt es am Standort Im Besental in Itter.

Bei einer Diskussion bei den Düsseldorfer Jonges Mitte Dezember hatten sowohl Oberbürgermeister Thomas Geisel als auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Rüdiger Gutt Verbesserung bei der Stadtsauberkeit auf ihrer Agenda. Geisel rechnete vor, dass jährlich rund eine halbe Million Euro locker gemacht werden müsste, um mehr Container in den Boden zu versenken. Zudem setzt die Stadt verstärkt auf den Einsatz der blauen Altpapier-Tonnen, die Haushalte kostenfrei neben der Hausmülltonne aufstellen können.

Die CDU hatte für die Ratssitzung am 14. Dezember 2017 den Antrag gestellt, dass die Stadtverwaltung ein Konzept zur Verbesserung der Stadtsauberkeit erarbeiten soll. Dieses solle die Ausweitung der Unterfluranlagen sowie eine stärkere Kontrolle und konsequentere Reinigung der Containeranlagen beinhalten. Orte, die verschmutzt oder verwahrlost seien, hätten auch Auswirkungen auf das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger, heißt es in dem CDU-Antrag.

Dem werden die Anwohner an vielen Ecken in Düsseldorf zustimmen, sei es an der Opladener Straße, der Halbuschsiedlung oder dem Paulinenpark. Für die Opladener Straße sieht die Verwaltung aktuell eine Entspannung: Nachdem Anfang des Jahres 2017 ein dringend Tatverdächtiger gefasst werden konnte, habe es an der Containerstation Opladener Straße ein halbes Jahr lang keine Brandstiftung mehr gegeben. Dort war 2016 innerhalb weniger Monate mehr als 60 Mal Feuer gelegt worden - immer an den Papiercontainern am Schützenplatz. Den genervten und verängstigten Anwohner machte die Situation damals sehr zu schaffen. Eine von der Awista beauftragte Detektei konnte damals gemeinsam mit der Polizei den Täter dingfest machen.

Die Papiercontainer wurden nach Angaben der städtischen Müllentsorgungsfirma Awista am 7. August, 18. und 24. September allerdings wieder in Brand gesetzt. Die Awista hat Anzeige erstattet. Die Möglichkeiten, solche Brandstiftungen zu verhindern, seien leider begrenzt, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt: Wenn die Papiercontainer abgezogen würden, bestünde die Gefahr, dass sich die Brände auf benachbarte Containerstationen verlagerten. Einen geeigneteren Alternativstandort für die Container gebe es in der näheren Umgebung leider nicht.

Auch in der Halbuschsiedlung ist ein Zündler am Werk. Im April und zweimal im August sowie jetzt im Januar brannte dort der Altpapier-Container. Und auch Anfang der Woche wurde in einem Altpapiercontainer wieder Feuer gelegt.

Quelle: RP
 
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