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Düsseldorf
Viele Schwangere ohne Hebamme

Düsseldorf. Besonders innerstädtische Viertel sind schlecht versorgt, Kursangebote fehlen. Von Julia Brabeck

Düsseldorf verzeichnet steigende Geburtsraten. Im Jahr 2015 kamen hier 6523 Kinder zur Welt. Gleichzeitig nimmt aber die Zahl der Hebammen stetig ab. "Die Situation eskaliert", sagt Nicola Rinke, Düsseldorfer Kreisvorsitzende des Hebammenverbandes NRW. Sie schätzt, dass zurzeit in der Landeshauptstadt rund 110 Hebammen arbeiten. Viel zu wenige, denn eine Hebamme müsste im Dienst drei bis fünf Frauen gleichzeitig unter der Geburt betreuen. "Das ist weit weg von sicher", sagt Rinke. Zumal die Frauen oft schlecht vorbereitet seien, da es auch zu wenig Schwangerschaftskurse gebe.

Die Düsseldorfer Hebammenzentrale bestätigt diesen Trend. Sie wurde vor einem Jahr eingerichtet und hilft Schwangeren dabei, eine Hebamme zu finden. "Teilweise rufen Eltern bis zu 70 Hebammen an und finden trotzdem keine Betreuung", sagt Koordinatorin Naomi Redmann.

Da die Hebammen inzwischen wählen können, welchen Auftrag sie übernehmen wollen, würden Stadtteile mit schwieriger Parksituation wie Flingern und Unterbilk ungerne bedient, haben es dort Eltern noch schwieriger.

Grund für den Hebammenmangel sind Probleme, die nur auf Bundesebene gelöst werden können, wie hohe Versicherungen und schlechte Bezahlung bei schwierigen Arbeitszeiten. "Die Stadt könnte uns aber mit Parkausweisen oder kostenlosen Fortbildungen vom Gesundheitsamt helfen. Andere Städte stellen günstige Wohnungen zur Verfügung oder leisten Zusatzzahlungen", sagt Rinke.

Quelle: RP
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