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Düsseldorf
Vielfalt und Verschiedenheit sind gut fürs Business

Düsseldorf: Vielfalt und Verschiedenheit sind gut fürs Business
Andreas Bothe, Henrike Tetz, Thomas Geisel, Aletta Gräfin von Hardenberg und Harald Christ (v.l.) diskutierten über zahlreiche Facetten von Vielfalt. FOTO: Ergo
Düsseldorf. Harald Christ hat in seinem Leben als erfolgreicher Top-Manager "alles erlebt", wie er sagt. Auch, dass er zwar der qualifizierteste Bewerber, nicht jedoch der neue Kollege auf dem Chefposten sein würde. In einem Gespräch, das es offiziell gar nicht gab, hatte man ihm bedeutet, es gebe Bedenken wegen seines Privatlebens. Ein paar Jahre ist das her, schon damals hatte Christ als einer der ganz wenigen Top-Leute aus der deutschen Wirtschaft öffentlich gemacht, dass er homosexuell ist. Von Jörg Janssen

Heute ist Christ Vorstand für Beratung und Vertrieb bei der Versicherung Ergo, die mit der Düsseldorf und dem "Völklinger Kreis", einem Berufsverband für homosexuelle Führungskräfte, zum Kongress "Diverse City" geladen hatte. Mehr als 200 Teilnehmer kamen, am Ende unterzeichneten 13 hiesige Unternehmen die "Charta der Vielfalt". Damit verpflichten sie sich, Mitarbeitern unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, Handicap und sexueller Orientierung, gleiche Chancen zu garantieren. "Diversity Management" heißt das. 2700 Firmen, Behörden und Einrichtungen sind diese Selbstverpflichtung schon eingegangen.

Was die Gesellschaft davon hat und was noch besser werden kann, wurde in der Podiumsdiskussion bei "DiverseCity" klar. "Frauen sind in den Führungsetagen klar auf dem Vormarsch", sagte Christ beim Thema Geschlechter-Gerechtigkeit. Dem schloss sich Andreas Bothe (FDP), Staatssekretär im NRW-Familien- und Integrationsministerium, an: "Noch vor 15 Jahren gehörte es für männliche Führungskräfte zum guten Ton, nicht vor 20 Uhr aus dem Büro zu gehen, ums Familiäre kümmerte sich die Frau. Das hat sich komplett gedreht." Aletta Gräfin von Hardenberg, Geschäftsführerin der Charta der Vielfalt, betonte, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei eben kein Thema nur für Frauen. "Männer sind genauso in der Pflicht." Henrike Tetz, Superintendentin der evangelischen Kirche, erklärte, dass zu Vielfalt auch die Religion zähle und ermunterte, sich am Arbeitsplatz bei diesem Thema nicht wegzuducken. Oberbürgermeister Thomas Geisel wünschte, "wir wären noch viel diverser". Auch hätte er in seiner Verwaltung gerne noch mehr Menschen mit Migrationshintergrund.

Quelle: RP
 
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