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Düsseldorf
Viertel leiden unter Streit um Sonntagsöffnung

Düsseldorf: Viertel leiden unter Streit um Sonntagsöffnung
Bernd Gossens hat gestern rund ein Drittel weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. Als Grund nennt er die fehlende Werbe-Möglichkeit. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Das Oberverwaltungsgericht hatte kurzfristig entschieden, in welchen Stadtteilen in Düsseldorf die Geschäfte am Sonntag öffnen durften. Besonders in Oberkassel kamen weniger Kunden, da der Einkaufstag nicht beworben werden konnte. Von Julia Brabeck

Das Oberverwaltungsgericht hat erst am Freitag darüber entschieden, dass nur die Geschäfte in den Stadtteilen Kaiserswerth und Benrath sowie in Teilen von Pempelfort und Oberkassel am Sonntag öffnen durften. Egal, wie beim verkaufsoffenen Sonntag der Umsatz bei den Einzelhändlern ausfiel, einig war man sich darüber, dass solch eine kurzfristige Entscheidung den Handel schädigt. "Wir hatten keine Möglichkeit, die Sonntagsöffnung ordentlich zu bewerben, da bis zuletzt Unklarheit herrschte", sagte Bernd Gossens von der gleichnamigen Buchhandlung an der Luegallee.

Tatsächlich hielt sich der Käufer-ansturm in Oberkassel gestern in Grenzen, zumal nur Läden zwischen Belsenplatz und Barbarossaplatz öffnen durften, da diese nah am Weihnachtsmarkt liegen. "Solch eine Beschränkung ist blödsinnig, denn der Stadtteil ist ohnehin nicht riesig", sagte Gossens.

Das sieht seine Kollegin Anna Heimanns vom Teeladen Feinsinn ähnlich: "Wer loszieht, will das ganze Programm haben und wissen, dass alle Geschäft geöffnet sind. Deswegen schadet es uns, dass viele andere Läden nicht öffnen durften." Viele Kunden kamen auch nicht gezielt, sondern zufällig vorbei. "Wir wussten nichts von der Sonntagöffnung, finden es jetzt aber schade, dass wir nicht alle Geschäfte besuchen können", sagte Anka Zimmermann.

Ein etwas anderes Bild zeigte sich in Pempelfort, wo nur Händler entlang der Nordstraße öffnen durften. Dort herrschte reges Treiben und waren vor allen Dingen Läden mit den klassischen Weihnachtsgeschenkangeboten wie Drogerien, Buchhandlungen und Schmuckgeschäfte gut besucht. Dennoch wurde auch in Pempelfort die Kurzfristigkeit der Entscheidung kritisiert. "So etwas kostet uns alle Geld.

Normalerweise kann solch ein Tag gut beworben und damit auch Menschen aus anderen Stadtteilen motiviert werden uns kennenzulernen. Das war nun nicht möglich", sagte Harald Dittmann von der Modeboutique Nord 89. Gerade in Zeiten, in denen der Verkauf im Internet eine starke Konkurrenz sei, seien die Händler auf Aktionen wie den verkaufsoffenen Sonntag angewiesen. Die Händler wünschen sich, dass in Zukunft eine Planungssicherheit hergestellt wird. "Das wäre auch für die Mitarbeiter wichtig", sagte Gossens.

Quelle: RP
 
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