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Leserforum Lichterfest Am Schloss Benrath
Vom Familienfest zur "unpersönlichen Großveranstaltung"

Düsseldorf. Benrath (wa.) Das Lichterfest am Benrather Schloss feierte am Wochenende Premiere. Dabei mussten sich die Organisatoren der Stiftung Schloss und Park Benrath dem Vergleich der Vorjahre unter Leitung von Franz Lamprecht unterziehen. Denn es gab zahlreiche Neuerungen. Und die kamen nicht unbedingt alle gut an. In Mails an unsere Redaktion, an RP-Online und in Telefonaten übten die Leser Kritik.

Hier eine Auswahl:

Seit Beginn des Musikfestivals hat Wolfgang Zeiss - bis auf eines - jedes Musikfestival in den vergangenen Jahren besucht. Zum Lichterfest hat der Benrather Jurist Freunde eingeladen und war Samstagabend maßlos enttäuscht. "Das fing schon damit an, dass die Eingänge an der Urdenbacher Allee und an der Orangerie geschlossen waren - ohne Vorankündigung", sagt er. Wer aus Richtung Urdenbach kam, musste mit Tischen und Bollerwagen einmal rund ums Schloss gehen. "Das ist doch unzumutbar", meint er. Hans Lützenkirchen pflichtet ihm bei und ergänzt: "Zwei gehbehinderte Nachbarn haben ihre Karten verfallen lassen und sind wieder nach Hause gegangen."

Seines Erachtens macht die Stiftung aus dem Familienfest mit Alleinstellungsmerkmal eine unpersönliche Großveranstaltung.

Bemängelt werden die fehlenden Wasserspiele. "Die Preise sind wie bei fast allem, was die Stiftung anbietet, hochgegangen", monieren einige User und die Imbissstände hätten die die ganze Atmosphäre zerstört.

Frank Biermann ist seit langem treuer Besucher des Open-Airs in Schloss Benrath und findet es gut, dass der Park schon um 18 Uhr geöffnet wurde. Dass die Kontrollen sein müssten, sieht er ein, aber man solle nicht übertreiben. Statt Toilettenwagen jetzt Dixieklos, das kam bei ihm wiederum nicht gut an. Und er fragt sich, warum die Veranstaltung Lichterfest genannt wurde. Von den Lichteffekten im Park sei er geblendet worden.

Dies hat auch der Benrather Wolfgang Zeiss ähnlich empfunden. Grelles Neonlicht statt Kerzen, das war nicht das Musikfestival der vergangenen Jahre. Auch regen sich viele auf, dass das Anzünden der Kerzen verboten war. "Das ist beschämend", schreibt Hans Lützenkirchen, und es sei typisch für ein fehlendes Engagement. "Nicht die Getränkedosen und Kartoffelchips auf den Wolldecken und deren Besitzer prägen diese Veranstaltung, sondern tropfende Kerzen, das hochwertige Geschirr und die Blumen auf den Tischen.

"Wir sind erst gegen 22 Uhr zum Konzert gekommen. Aber da brannten jede Menge Kerzen auf der Picknickwiese. .." schreibt hingegen Stephan Jung per Mail. Was die Musik betrifft, so bemängelt Wolfgang Zeiss, dass - zumindest an seinem Platz - die Lautsprecher nicht funktionierten und es bis auf die letzten 15 Minuten nur Rückkopplungen gab.

Auch wünschen sich die Gäste mehr unterhaltende Musik statt ganze Symphonien. Lob gibt es hingegen für das Feuerwerk. "Das Kammerorchester wird hoffentlich beim nächsten Mal den Charakter der Kammermusik aufgeben und den Schlosspark mit dem Charakter von Franz Lamprecht füllen", schreibt Hans Lützenkirchen. Er erwartet im nächsten Jahr wieder Zugaben und eine persönliche Verabschiedung, wie es bei Franz Lamprecht üblich war. Denn selbstverständlich wird er auch im nächsten Jahr wieder dabei sein und hofft auf einige Änderungen.

Für Wolfgang Zeiss steht fest, dass er nächstes Jahr - nach all den Jahren - nicht mehr das Musikfest besuchen wird. Für ihn ist der Charakter des Fests verloren gegangen.

Quelle: RP
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