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Serie Sportliches Düsseldorf
Vom Seepferdchen zum Landesmeister

Serie Sportliches Düsseldorf: Vom Seepferdchen zum Landesmeister
Der 13-jährige Paul und sein neunjähriger Bruder Felix sind Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums. FOTO: ANDREAS BRETZ
Düsseldorf-Flingern. Die Brüder Paul (13) und Felix (9) haben in kurzer Zeit alle Schwimmabzeichen abgelegt und den Sprung in den Jugend-Sport geschafft. Paul hat im Brustschwimmen über 50 Meter sogar die Landesmeisterschaft gewonnen. Von Manfred Johann

Es wird überall geschwommen im großen Becken des schmucken Rheinbads, als die Freien Schwimmer Düsseldorf dort ihren Trainings-Nachmittag abhalten. Schwimmleinen mit bunten Bällen trennen zehn Bahnen im Wasser voneinander ab und sorgen dafür, dass die durch die Schwimmer entstehenden Oberflächenwellen nicht zu sehr auf die Nachbarbahnen überschwappen.

An den Enden der Bahnen sieht man Übungsleiter, die den Kindern und Jugendlichen Tipps geben für die Länge der Armzüge, für das richtige Atmen oder die bessere Beinarbeit. Manche Hilfsgeräte kommen dabei zum Einsatz. So versucht ein Kind, seinen Beinschlag beim Brustschwimmen zu verbessern, indem es sich mit den Armen an einem Kunststoffbrett festhält und nur durch den Einsatz der Beine von Beckenrand zu Beckenrand fortbewegt.

Bei Felix und Paul auf Bahn vier sieht man deutlich, dass sie in der Schwimm-Ausbildung schon weit fortgeschritten sind. Die beiden Brüder, neun und 13 Jahre alt, haben im Verein als Nichtschwimmer begonnen und schon bald darauf die Prüfung zum Seepferdchen-Abzeichen bestanden. Danach war es für die beiden Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums keine Frage, weiter zu machen und die Bedingungen für den Jugendschwimm-Pass zu erfüllen.

Sprach man früher vom "Frei- und Fahrtenschwimmen", so kennt man heute als Jugendschwimmabzeichen Bronze, Silber oder Gold. "Die beiden hatten vier Abzeichen auf ihren Badehosen, zwei vorne und zwei auf den Pobacken", erinnert sich der Vater von Felix und Paul, der seine Söhne so oft wie möglich zum Schwimmtraining begleitet. Rund ein Drittel der Kinder macht nach der Seepferdchen-Prüfung weiter mit dem Schwimmen im Verein. Der Ältere der beiden schwimmbegeisterten Brüder hat dabei schon mehrfach sein großes Talent für diesen Sport bewiesen. In seiner Altersklasse hat er in seiner Parade-Disziplin, dem Brustschwimmen über 50 Meter, die NRW-Meisterschaft gewonnen. Insgesamt sind es vier Medaillen, die er auf Landesebene erschwommen hat.

Ganz besonders stolz ist Paul, dass er bei der Eröffnung des wettkampfgerechten 50-Meter-Beckens in der neuen Halle vor den Augen von Oberbürgermeister Thomas Geisel seinen schon perfekten Startsprung vorführen durfte. "Allerdings gilt auch bei ihm ,Kein Preis ohne Fleiß'", sagt sein Vater und erzählt, dass sein Ältester sechs Mal in der Woche trainiert. "Zwei Stunden im Wasser und dabei vier bis fünf zurückgelegte Kilometer sind keine Seltenheit", betont er. "Gemeinsam mit den Übungsleitern des Vereins achte ich aber darauf, dass Sport und Spaß zwei Themen sind, die sich nicht gegenseitig ausschließen. Kinder mit Tränen in den Augen soll es beim Schwimmen schließlich nicht geben.".

Rückenschwimmen ist die Lieblingsstilart seines jüngeren Bruders Felix, der gerade zum ersten Mal an einer Verbands-Meisterschaft teilnehmen durfte. "Im Brustschwimmen bin ich nicht so gut. Ich musste ein paarmal ins Wasser, um beim Goldabzeichen die Bruststrecke unter 1:10 Minuten zu schaffen", gesteht er. Mit seiner Badekappe, auf der die Deutschlandfahne zu sehen ist, seiner verspiegelten Schwimmbrille und der hauchdünnen Badehose mit Carbonfäden sieht er aus wie ein Profi.

Felix kann es kaum erwarten, wieder ins Wasser zu kommen und Brustschwimmen zu üben - um seinen Bruder irgendwann übertreffen zu können.

Quelle: RP
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