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Kolumne Auf Ein Wort
Vom Suchen und Finden

Düsseldorf. Zu Ostern haben wir - jetzt für die Enkel - Ostereier versteckt. Als Kinder haben wir selbst bei uns im Garten immer mal noch Tage nach Ostern bunte Eier gefunden, die übersehen worden waren. Ein schöner Brauch vom Suchen und Finden.

Zu Ostern haben auch Frauen wie Maria den toten Jesus gesucht und fanden einen Engel oder einen Gärtner, den sie erst als Jesus erkannten, als er sie ansprach. So fanden die Frauen - und später auch die Männer, die mit Jesus unterwegs gewesen waren - ein neues Verhältnis zu dem, der gestorben war und ihnen nun auf ganz neue Weise begegnete.

Es ist ein Geheimnis, wie sich Jesus bis heute immer wieder finden und Ostern werden lässt, auch wenn das Fest schon vergangen ist und der Alltag mit Arbeiten und Routinen uns eingeholt hat. Und immer wieder ist das Finden mit Überraschung verbunden. Ich bin aus einem anderen Grund unterwegs und plötzlich ist 'es' da: Plötzlich ist ein Gedanke da, der auf Umsetzung dringt, plötzlich ist klar, was ich gleich machen muss, plötzlich ist mir deutlich, dass Hoffnung da ist. Nicht jede Überraschung habe ich gerne. Aber manchmal helfen mir Überraschungen, denn in dem Moment gehen die Uhren langsamer, sie lassen mich neu hinsehen, neu denken, Dinge überdenken und manchmal helfen sie auch, das Leben neu zu bedenken. Das alles wirkt sich aus auf meinen Umgang mit Menschen, die mit Verlusten zu tun haben, mit Menschen, die sich freuen, weil sie heiraten oder ein Kind erwarten, mit Menschen, die immer wieder mit Fremden in Kontakt stehen und darüber manchmal müde werden.

Es ist schön, Menschen in der Seelsorge zu begleiten und zu sehen, wo sie überrascht werden, wo sie ihre Quellen des Lebens finden, wo sie hoffnungsvoll in den Alltag blicken. Aber das können wir auch uns selbst fragen und mit den Menschen, mit denen wir zusammen sind, einmal ansprechen und versuchen zu klären. Denn solche Ostererlebnisse sind nicht ans Osterfest gebunden. Zum Glück!

Quelle: RP
 
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