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Düsseldorf
Von einfachen Erkältungen bis zur Lungenentzündung

Düsseldorf: Von einfachen Erkältungen bis zur Lungenentzündung
Mediziner Carsten König wünscht sich, dass sich mehr Menschen gegen Grippe impfen lassen. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Seit Dezember nehmen die Atemwegserkrankungen zu. Die Zahlen liegen Experten zufolge auf hohem Niveau, gemessen an der Jahreszeit aber noch im Rahmen. Zu wenig Menschen lassen sich impfen. Von Benjamin Schruff

Carsten König ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und in Düsseldorf praktizierender Allgemeinmediziner. Statistiken zum Verlauf der aktuellen Erkältungssaison liegen ihm nicht vor - aber als Hausarzt wagt er eine persönliche Einschätzung: "Ab Dezember hatten wir eine massive Zunahme von Infekten, vor allem der oberen Lungenwege. Und im Januar hat das angehalten." Das allerdings sei nichts Besonderes. Die typischen Erkrankungen in dieser Jahreszeit reichen von einfachen Erkältungen über Nebenhöhlen-, Mandel- und Lungenentzündungen bis hin zur Influenza. Auch bei Letzterer hat König keinen außergewöhnlichen Anstieg der Fallzahlen beobachtet: "Das bewegt sich auf hohem Niveau, bleibt aber im Rahmen."

Unzufrieden ist König mit der Impfrate: "Es sollten sich viel mehr Leute impfen lassen, das sind einfach zu wenige." Eine Influenzaimpfung empfiehlt er Kindern, Älteren, chronisch Kranken und allen, die intensiven Menschenkontakt pflegen. Von Impfungen würden zudem nicht nur die Geimpften selbst, sondern auch die Gemeinschaft als Ganzes profitieren, erklärt König: "Umso höher die Impfrate ist, desto besser wird die sogenannte Herdenimmunität. Die Pocken hat man so ausgerottet; Masernschübe gibt es aber immer noch." Heiko Schmitz, Pressesprecher bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, würde sich ebenfalls eine höhere Impfrate wünschen: "Leider stellen wir in Deutschland immer wieder eine gewisse Impfmüdigkeit fest - und sogar offene Gegnerschaft."

Stefan Dreising, Pressesprecher beim Universitätsklinikum Düsseldorf, hat die Auswirkungen der Jahreszeit ebenfalls bemerkt: "Die derzeitige Erkältungswelle ist typisch für diese Jahreszeit. Eine besondere Entwicklung oder Häufung ist derzeit nicht zu beobachten." Intern habe man die üblichen Vorkehrungen getroffen: "Das Universitätsklinikum führt regelmäßig Impfaktionen für sein Personal durch, dann kommen die Impfteams in die verschiedenen Bereiche. So kann das Ansteckungsrisiko minimiert werden."

Das städtische Presseamt vermeldet vermehrte Krankmeldungen innerhalb der Verwaltung. Ob bestimmte Bereiche besonders betroffen seien, lasse sich nicht feststellen; von Störungen in den Abläufen sei nichts bekannt.

Beim Unternehmen Henkel ist die Situation ähnlich: Es gebe eine saisontypische Häufung von Erkältungskrankheiten, die Betriebsabläufe seien dadurch immerhin nicht beeinträchtigt. Im Übrigen werde jedes Jahr im Herbst eine Grippeschutzimpfung angeboten, die rege nachgefragt werde, und die Mitarbeiter würden regelmäßig darüber informiert, wie sie sich mit Hygienemaßnahmen vor Ansteckungen schützen können.

Bei der Rheinbahn gibt es, auch saisonal bereinigt, mehr Krankmeldungen als üblich. Eckhard Lander, stellvertretender Pressesprecher: "Unsere Gesundheitsquote - das ist unserer Art, den Krankenstand auszudrücken - lag im Dezember 2017 bei 89,3 Prozent und damit niedriger als in den vergangenen drei Jahren um diese Zeit." Besonders hoch sei der Krankenstand beim Fahrdienst: "Die Fahrer sind mehr als andere der Witterung und anderen Erkrankten ausgesetzt, sowie ständig wechselnden Temperaturen durch das Öffnen der Türen."

Quelle: RP
 
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