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Düsseldorf
Vorarbeiter soll Frau begrapscht haben

Düsseldorf. Eine Raumpflegerin (35) hat einen Vorarbeiter einer Gebäudereinigungs-Firma wegen sexueller Nötigung angezeigt. Der 55-Jährige musste sich gestern wegen der Vorwürfe vor dem Amtsgericht verantworten. Unter Ausnutzung seiner Position und mit ständigen Kündigungs-Drohungen habe er sie durch anzügliche Reden, aber auch durch Küsse, Umarmungen und intime Berührungen fast ein halbes Jahr lang permanent bedrängt, belästigt, begrapscht. Er wies das über seinen Verteidiger zurück, sprach von einer Intrige. Der Prozess geht in einer Woche weiter.

Einst, so ließ der Angeklagte über seinen Anwalt vortragen, sei er von zwei Kolleginnen des Diebstahls in der Firma bezichtigt, sei deswegen zeitweise sogar beurlaubt worden. Doch dann hätten sich alle Anwürfe als haltlos erwiesen, die Frauen hätten ihren Job in der Firma verloren. Eine von ihnen sei jetzt Drahtzieherin der aktuellen Sex-Vorwürfe gegen ihn, sei nämlich daran beteiligt, ihn zu Unrecht zu belasten, um ihn doch noch arbeitslos zu machen. Doch was die 35-jährige Opferzeugin berichtete, hatte mit so komplizierten Hintergründen nichts zu tun. Sie gab an, sie habe den Vorarbeiter anfangs "für einen netten Mann" gehalten, weil er Kolleginnen angewiesen habe, ihr bei diversen Gelegenheiten zu helfen. Doch ab Sommer 2016 sei er zudringlich geworden, habe sie dauernd gefragt, wann sie mit ihm schlafen oder in ein Hotel gehen würde. An einem anderen Tag habe er sie in sein Büro bestellt, sie an sich gezogen, sich vor ihr entblößt und sie gedrängt, ihn zu berühren. Mehrfach habe er versucht, sie gegen ihren Willen zu küssen. Parallel habe er sie stets "unter Druck gesetzt, dass ich gekündigt würde, wenn ich etwas sage", so die Frau im Zeugenstand weiter. Durch Vernehmung etlicher Zeugen, darunter wohl auch der Ehefrau des Angeklagten, will das Schöffengericht nun klären, welche der gegensätzlichen Schilderungen zutrifft. Dafür hat sich das Gericht für den kommenden Montag bereits einen weiteren Prozesstermin freigehalten.

(wuk)
 
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