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Düsseldorf
Vorbestrafter steht wegen Brandstiftung vor Gericht

Düsseldorf. Frust über seine Arbeitslosigkeit und die Absicht, die Stadtkasse aus Wut über die Pension für Ex-Oberbürgermeister Dirk Elbers zu schädigen - das waren für einen 32-Jährigen aus Oberhausen angeblich die Motive für eine Brandstiftung. Am Japantag im Mai 2015 hatte er laut Geständnis in einem Magazinschuppen des Gartenamts an der Inselstraße Feuer gelegt fast 200.000 Euro Schaden angerichtet. Straftaten würden ihm einen "Kick" verschaffen, den er immer mehr steigern wollte, sagte er nach der Festnahme. Heute verhandelt das Amtsgericht seinen Fall (9.15 Uhr, Saal 1.109).

Zwei Monate vergingen nach jener Brandstiftung an der Inselstraße, bis der 32-Jährige im Juli an seinem Wohnort verhaftet wurde. Auch dort soll er ein Feuer gelegt und dadurch ein leerstehendes Wohnhaus in Schutt und Asche gelegt haben. Für diese Tat inzwischen zu 18 Monaten Haft verurteilt, kam er Ende 2015 auf Bewährung wieder frei. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Bei ersten Vernehmungen nach seiner Festnahme soll der Angeklagte nicht nur zahlreiche Sachbeschädigungen und Hakenkreuz-Schmierereien auch auf Friedhöfen gestanden haben, sondern zusätzlich auch die Brandstiftung an der Inselstraße.

Dort habe er sich im Mai 2015 kurz vor Mitternacht durch ein Loch im Zaun Zutritt verschafft zum Magazin des Gartenamts am Rande des Hofgartens. Tage zuvor habe er bereits Feuerzeugbenzin gekauft und es in dieser Nacht auf dem Gelände eingesetzt. Weil er sich über Pensionszahlungen an Ex-OB Elbers geärgert habe, wollte er der Stadt angeblich gezielt Schaden zufügen. Aus reiner Zerstörungswut habe er im Magazin ein Polster für Gartenmöbel angezündet, sei noch kurz auf dem Gelände geblieben, dann mit Bahn und Bus zurückgefahren nach Oberhausen. Durch das Feuer wurden zwei Schlauchboote im Magazin zerstört sowie etliche Geräte wie Laubbläser, Wasserpumpen und ein Fahrzeug des Gartenamts, an dem Totalschaden entstand.

In seinem Geständnis nach dem Hausbrand in Oberhausen soll der 32-Jährige erklärt haben, er habe sich durch Straftaten während seiner Arbeitslosigkeit einen "Kick" verschaffen wollen. Die Intensität der Taten habe er deshalb immer mehr gesteigert von Nazi-Schmierereien bis hin zu jenen beiden Brandstiftungen an der Inselstraße und später in Oberhausen.

(wuk)
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