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Vorwürfe gegen Düsseldorfer Ärzte
Tod eines Siebenjährigen - Staatsanwaltschaft leitet Untersuchung ein

Düsseldorf. Eine Mutter erhebt schwere Vorwürfe gegen Düsseldorfer Ärzte: Sie sollen das Kind der Frau zu spät behandelt haben. Nun hat sich die Justiz eingeschaltet.  Von Stefani Geilhausen

Im Fall des Siebenjährigen, der am Zweiten Weihnachtstag offenbar in Folge einer Blutvergiftung gestorben ist, hat die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft von Amts wegen ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. "Wenn wir von solchen Vorfällen erfahren, ermitteln wir auch ohne Strafanzeige", sagte ein Sprecher unserer Redaktion.

Die Mutter des Kindes hatte am Freitag schwere Vorwürfe gegen das evangelische Krankenhaus (EVK) und die Notfallpraxis erhoben. Tausende Facebook-Nutzer haben ihren Beitrag geteilt, in dem sie schildert, wie sie mit ihrem kranken Kind mehrfach mit einem Medikament nach Hause geschickt worden sei, bis ihr Sohn schließlich nach einer Not-OP in die Uniklinik verlegt werden musste, wo er starb.

"Wir bedauern sehr den Tod des Jungen"

Der Vorstand des EVK will am Dienstag in einer kurzfristig anberaumten Sitzung versuchen, offene Fragen zu klären. "Wir bedauern sehr den Tod des Jungen und verstehen die Trauer und den Schock seiner Familie und seiner Angehörigen", erklärte eine Sprecherin des evangelischen Krankenhauses. Derzeit aber fehlten einige Informationen, die zur Klärung beitragen könnten.

Das Kind sei sofort nach der Überweisung aus der Notfallpraxis (NFP) behandelt und dann in die Uniklinik verlegt worden. "Die NFP ist eine eigenständige Organisation, so dass wir keine Aussagen über den Verlauf, die medizinische Diagnostik und Medikation vor der Einweisung bei uns machen könne​n."

Die Notfallpraxis wird von einer Vereinigung niedergelassener Düsseldorfer Ärzte betrieben, die dafür Räume im Erdgeschoss des EVK angemietet hat. Dort war bisher niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. 

(sg)
 
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