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Prozess in Düsseldorf
Wahrsagerin soll betrogen haben

Düsseldorf. Wie beim Trödelmarkt sah es am Freitag beim Amtsgericht aus. Auf dem Tisch vor einer Richterin türmten sich Mäntel, da stand ein Topfset und daneben lag eine Handvoll Schmuck. Die "Wertsachen" hatte eine 41-jährige Wahrsagerin, hier wegen Betruges angeklagt, von einer ratsuchenden Kundin (72) erhalten.

Doch jetzt wurde der hellsichtigen Frau vorgeworfen, jene Gegenstände durch Schwindel erbeutet zu haben. Also brachte die Angeklagte alle Gegenstände zur Rückgabe an ihre Kundin gleich mit. Ihr Verfahren wurde eingestellt.

Die schwer kranke Kundin hatte Ende 2013 bei dieser Angeklagten Rat und Hilfe gesucht. Die Wahrsagerin sagte, sie habe von der Seniorin damals nur 50 Euro bar erhalten – aber "zum Dank auch noch manche Sachen als Geschenk".

Eben eine Nerzjacke, zwei Ledermäntel, ein Topfset aus Edelstahl und auch goldglänzenden Schmuck. Doch diese Kundin war wenig später zur Polizei gegangen und hatte dort erklärt: Die Wahrsagerin habe behauptet, jene Dinge wären "von Teufeln und bösen Geistern besessen", müssten aus der Wohnung der 72-Jährigen entfernt werden, damit die Frau sich besser fühlte.

Erst später sei bei der Kundin der schlimme Verdacht entstanden, man habe sie ausgeplündert. So etwas wies die Angeklagte am Freitag jedoch empört zurück – und händigte alle Gegenstände von damals direkt wieder an die 72-Jährige aus. Die Rentnerin konnte alle diese Tüten und Taschen gar nicht wegtragen, wurde dabei deshalb von einem Amtsrichter unterstützt. Der Prozess gegen die Wahrsagerin wurde danach eingestellt – unter der Auflage, dass sie jetzt noch 500 Euro Buße zahlt.

(wuk)
 
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