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Kommentar
Wandel mit Würde gestalten

Düsseldorf. Man mag den gesellschaftlichen Wandel bedauern, der ganz im Sinne der vorherrschenden Ökonomisierung des menschlichen Daseins auch beim Begräbnis dazu führt, in erster Linie abzuwägen, wie lästig ein Grab für Angehörige ist und vor allem: wie seine Kosten minimiert werden können.

Man mag auch bedauern, dass der parkähnliche Charakter vieler Düsseldorfer Friedhöfe mit großen Bäumen, Blumen, zwitschernden Vögeln und mühevoll in Schuss gehaltenen Erdgräbern immer mehr verloren geht. Was man aber nicht kann, ist den durch wachsende Mobilität und eine in Teilen verloren gegangene Trauerkultur verursachten Wandel zu leugnen. Man muss es nehmen, wie es ist.

Schließlich ist ein Friedhof für die Menschen da und nicht umgekehrt. Dass Kolumbarien würdevoll gestaltet sein können, weiß jeder, der schon einmal in Italien war. Am Ende kommt es auf die konkrete Umsetzung an. Hier sollen die Kritiker ruhig ganz genau hinschauen.

joerg.janssen@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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