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Düsseldorf
Wanderausstellung erklärt Nachhaltigkeit

Düsseldorf: Wanderausstellung erklärt Nachhaltigkeit
Ragnhild Albers führt durch die Ausstellung "einfach machen" und erklärt anhand von Beispielen Nachhaltigkeit. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. "einfach machen" verdeutlicht, wie der Mensch der Umwelt schadet. Die Ausstellung ist in sechs Themenbereiche unterteilt. Von Beate Gostincar-Walther

"einfach machen" - einprägsam aktiv fordert eine Wanderausstellung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ihre Betrachter auf, nachhaltig zu konsumieren und zu leben. Das beginnt beim Kaffeegenuss und unzähligen To-go-Pappbechern. Oder bei der kurzen Autofahrt zum Bäcker. Am Samstag wurde die Ausstellung in der Düsseldorfer Zentralbibliothek eröffnet, initiiert hat sie die Arbeitsgemeinschaft Nachhaltiger Konsum. Ratsfrau Ursula Holtmann-Schnieder mahnt in ihrer Ansprache bei der Eröffnung: "Wenn wir so weitermachen wie bisher, benötigen wir im Jahr 2030 bereits zwei Erden."

Kompakt und auf wenigen Quadratmetern bietet die Ausstellung dem Betrachter sechs Themenbereiche. Sie sind inhaltsreich, interaktiv, mit nützlichen Informationen zum Mitnehmen und praktischen Anregungen. Einzelheiten erklärt Ragnhild Albers, Mitglied der Düsseldorf AG Nachhaltiger Konsum, er führt mit interessanten Details durch die Ausstellung.

Gibt es tatsächlich noch Erdbeeren im Winter? 1400 Kilometer legen die süßen Früchte aus China zurück. Welche Früchte noch rund um die Erde fliegen müssen, bis sie auf unserem Teller landen, ist anschaulich dargestellt. Saisonbedingt und regional sind die Wurzeln für nachhaltige Ernährung.

Dass unser täglicher Begleiter Smartphone eine "Schatzkammer" ist und deshalb keinesfalls den Weg in die Mülltonne nehmen soll, weiß nicht jeder. Stichwort: Elektroschrott. Und spätestens hier wird klar: Dem papierlosen Büro gehört die Zukunft. "Jeder fünfte Baum wird für die Produktion von Papier gefällt", berichtet die Fachfrau von der Verbraucherzentrale. Und wie viele Kaffeebecher unser Genuss kostet, davon zeugt eine eindrucksvolle Grafik einer "Becherparade". 130 Stück benutzt jeder Verbraucher im Jahr statistisch gesehen. Und mal eben last minute zu den Malediven fliegen? Jedem Sonnenanbeter sollte zumindest ein zweiter Gedanke wert sein. "Für einen Flug kann man sechs Bahnfahrten unternehmen, das ist dann der vergleichbare CO-2-Ausstoß", rechnet Ragnhild Albers vor. Der Garten präsentiert sich als alternatives Urlaubsziel mit kleinen Samentüten zum Mitnehmen. Umweltlabel, Beleuchtung und Lüftung sind die Stichworte dieses Bereiches. Dass die alte Glühbirne "out" ist, demonstrieren die Alternativen vor Ort. Und falls jemand den Winterblues mit freundlichem Sonnengelb an den Wänden vertreiben will - dafür gibt es Umweltlabels für gesunde und nachhaltige Farbe.

Tatsächlich nur ein Prozent vom Kaufpreis machen die Lohnkosten bei einer Jeans aus. Die Produktionskette von Kleidung lädt unbedingt zur Veränderung ein. An einer Kleiderstange hängen T-Shirts mit dem Label "Made to Hell", ausgedacht von Studenten, die so plakativ auf die Arbeitsbedingungen der Näherinnen hinweisen. Also "einfach machen" raten die Aussteller: Schneidern, Tauschen oder Verzichten. Denn statistisch errechnet kauft jeder jährlich durchschnittlich 40 bis 70 neue Kleidungsstücke neu.

Quelle: RP
 
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