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Düsseldorfer Gastronomen klagen
Burgplatz leidet unter Baumwanzenplage

Wanzenplage auf dem Burgplatz in Düsseldorf
So wie dieses Platanenblatt sehen derzeit viele auf dem Burgplatz aus. FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. Auf den Platanen an den Außenterrassen kribbelt und krabbelt es: Sie sind von Schädlingen befallen. Die Gastronomen sind entsetzt, doch die Stadt will nicht sprühen.

Es ist trocken, es ist warm – ein Traumwetter für jeden Gastronomen mit Außenterrasse. Doch der Prachtsommer 2015 und der milde Winter boten auch der Platanennetzwanze traumhafte Überlebensbedingungen.

Das bekommen seit einigen Tagen die Gastronomen und Gäste auf dem Burgplatz zu spüren. Unter den Platanen schwirren die wenige Millimeter großen, hellen Wanzen durch die Luft. Wer dort sitzt oder entlang spaziert, hat die Tierchen bald auf dem Hemd, den unbedeckten Armen oder in den Haaren.

An sich sind die Bäume auf dem Burgplatz eine schöne Sache. Außer sie wimmeln vor Wanzen. FOTO: Hans-Juergen Bauer

"So etwas habe ich in den 15 Jahren, die es jetzt hier bin, noch nicht erlebt", sagt Kerstin Rapp-Schwan, Inhaberin vom "Schwan". "Wir können die Platanenblätter nur frühmorgens mit Wasser abzuspritzen. Das hilft ein bisschen." Sie hofft, dass in Kürze starker, anhaltender Regen das Problem zumindest lindert. 

Nicole Haas, stellvertretende Gartenamtsleiterin, erklärt, dass die Platanennetzwanze für Menschen nicht schädlich ist. "Sie beißen nicht, aber sie sind eben lästig." Ende August sei die Hauptsaison für die Wanzen. Dass die Stadt mit einem Insektizid gegen sie vorgeht, hält sie weder für sinnvoll noch vertretbar. Denn dabei würden auch andere Organismen vernichtet. Im kommenden Mai werde das Gartenamt mit Wasser die Larven von den Blättern spritzen.

Eine Haltung, die für Werner Steinheuser, Vorstandsvorsitzender des Schädlingsbekämpfungsverband NRW, nicht nachvollziehbar ist. Würde der Platanenhain frühmorgens abgesperrt und mit Insektizid besprüht, dann wäre die Plage beendet, ohne Schaden für Menschen und Bäume, sagt er. In Städten wie Rom würden täglich frühmorgens Pick-ups durch die Stadt fahren und Insektizid versprühen, so Steinheuser. Dies sei auch ein Grund, warum dort keine Zikaden zu hören seien. "Wir sind in dieser Frage in Deutschland sehr sensibel."

(stz)
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