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Mülldetektive Eine Aktion Von Awista Und Rheinischer Post
Warum Biomüll gebraucht wird

Mülldetektive Eine Aktion Von Awista Und Rheinischer Post: Warum Biomüll gebraucht wird
Puh - es stinkt immer ein wenig, wenn Leo die Biomülltonne öffnet, um Küchenabfälle dort hinzubringen. FOTO: Endermann, Andreas (end)
Düsseldorf. In den 17.000 Biotonnen in der Landeshauptstadt sammeln die Bürger Garten- und Küchenabfälle. Von Sonja Schmitz und Andreas Endermann (Fotos)

Leo (7) und Emily (12) haben im Garten geholfen. Sie haben Unkraut gejätet und das Moos zwischen den Terrassensteinen entfernt. Das Grünzeug bringen sie in die braune Biotonne. Sie steht extra im Schatten, damit die Sonne den Inhalt nicht aufheizt. Dann nämlich kann der Schimmel wachsen und die Fliegen kommen, um ihre Eier abzulegen. Und es stinkt unangenehm. In die Biotonne kommen nicht nur Gartenabfälle. Eierschalen, Abfälle vom Salat und vom Obst- und Gemüseschneiden landen ebenfalls dort, genauso wie altes Kaffeepulver und Teebeutel. Aber was passiert dann mit all diesen Sachen?

Michael Rosin und Dirk Schneider gehören zu dem kleinen Team der Awista-Mitarbeiter, die die 17.000 Biomülltonnen in Düsseldorf leeren. Im Winter sind dazu vier Mitarbeiter in zwei Wagen im Einsatz, ab dem Frühjahr, wenn es in den Gärten wieder zu wachsen und blühen beginnt und die Tonnen sehr stark genutzt werden, helfen ihnen zwei weitere Kollegen mit einem dritten Wagen.

In der Kompostierungsanlage der Firma KDM in Ratingen landet der Biomüll aus der gesamten Region Düsseldorf. FOTO: Endermann, Andreas (end)

Dirk Schneider lenkt das Fahrzeug, Michael Rosin ist der Lader: Er stellt die Tonnen in die richtige Position vor den Wagen. Eine Automatik hebt die Tonnen an und leert sie im Inneren des Wagens aus. Dann bringt er die Tonne zurück. "Manchmal ragen lange Äste aus der Tonne", erzählt Michael Rosin. Das ist schlecht. Zum einen kann es passieren, dass sich der Awista-Mitarbeiter daran verletzt. Zum anderen versperren die langen Äste die Öffnung im Wagen.

Liegt zum Beispiel gemähtes Gras unter den Ästen, fällt es dann häufig auf die Straße. Also immer schön Zweige und Äste zerkleinern. Landet ein Teil eines Baumstamms im Wagen, in dem sich eine Trommel dreht, bollert es die ganze Zeit heftig. Auch nicht schön. "Stämme gehören auf die Kompostierungsanlage, Äste bis 10 Zentimeter Durchmesser auf den Recyclinghof", erklärt Rosin. Bei der Tour durch die Innenstadt braucht er mehr Zeit, um die Tonnen aus den Kellern zu holen. Weiter geht es in die Altstadt. Am Carlsplatz, wo viele Blumen-, Obst- und Gemüsehändler sind, stehen allein elf große Tonnen mit jeweils 240 Liter Biomüll, die zwei Mal die Woche geleert werden.

An einem Band sortieren Mitarbeiter Plastikteile und andere Materialien aus, die nicht in den Biomüll gehören. FOTO: Endermann, Andreas (end)

Solche großen Tonnen finden sich auch im Düsseldorfer Norden wieder. In Angermund und Wittlaer sind die Häuser und Gärten größer, dort fallen auch viele Gartenabfälle an. Da ist das Fahrzeug schnell voll. Mitten auf der Straße zeigt die Waage das Höchstgewicht an: 10,28 Tonnen. Zeit, die erste Ladung wegzubringen zur Firma KDM in Ratingen. Dort landen im Jahr 7000 Tonnen Düsseldorfer Biomüll. Als erstes sortiert eine Trommel dort große falsche Gegenstände aus, kleinere Stücke fischen Mitarbeiter auf einem Laufband mit der Hand aus. Steine, Blumentöpfe, Verpackungen und Plastiktüten haben nichts im Biomüll zu suchen. Küchenmesser zieht ein Magnet heraus. Zum Schluss landet der gesäuberte Biomüll in einer überdachten Halle. Dort liegt der Müll ausgebreitet auf einer Fläche, die so groß wie ein Fußballfeld ist, und kann verrotten. Dabei sorgt eine Maschine für das ideale Klima: Sie bewässert, zerkleinert und belüftet den Biomüll, damit er nicht fault. Auf diese Weise entsteht innerhalb weniger Wochen wertvoller Kompost. Wenn Leo und Emily ihn im Garten zu der Erde in den Blumenbeeten geben, helfen die Nährstoffe den Pflanzen beim Wachsen.

Quelle: RP
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