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Düsseldorf
Was ambulante Pflegedienste leisten

Düsseldorf: Was ambulante Pflegedienste leisten
Der ambulante Pflegedienst kommt ins Haus: Schwester Petra misst den Blutdruck von Hermann Busch. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Das Pflegebüro der Stadt berät Pflegebedürftige und ihre Angehörigen, was bei der Wahl zu beachten ist. Von Sonja Schmitz

Viele pflegebedürftige Menschen möchten in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Ein Grund, warum mobile Pflegedienste boomen. Derzeit werden auf der Internetseite der Stadt 94 Anbieter aufgeführt. Hier die wichtigsten Hinweise, was Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bei der Auswahl bedenken sollten:

1Bevor Bürger beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen ein Gutachten einholen, das ihren Pflegegrad bestimmt, ist ein vorbereitendes Gespräch im Düsseldorfer Pflegebüro hilfreich. Dabei erfahren die Ratsuchenden, was auf sie zukommt und welche Weichen für die Pflege dort gestellt werden. Menschen, die nicht mehr mobil sind, versorgt die aufsuchende Seniorenhilfe mit Informationen. Die Mitarbeiter werden über das Pflegebüro kontaktiert. Ihre Hilfe können beispielsweise auch Nachbarn in Anspruch nehmen, die Anlass haben, sich Sorgen über ältere Bewohner zu machen.

2 Nach dem Pflegegrad bemisst sich die Höhe der Leistungen. Die Empfänger können wählen, ob sie diese in Form von Geld- oder Sachleistungen bekommen oder eine Kombination davon. Über diese und andere Fragen, die Versicherte nach der Reform der Pflegeversicherung wissen sollten, informiert das Pflegebüro zusammen mit den Krankenkassen in monatlichen Veranstaltungen. "Es gibt eine Vielfalt von Leistungen aus verschiedenen Töpfen. Die Frage ,Was steht mir zu?' ist kompliziert zu beantworten", sagt Ursula Wittfeld, Leiterin des Pflegebüros. Die nächste Informationsveranstaltung findet Donnerstag, 29. Juni, 15 bis 17 Uhr, im Zentrum plus an der Henkelstraße 15 in Holthausen statt.

3 Für die Wahl eines ambulanten Pflegedienstes können die Mitarbeiter im Pflegebüro keine Empfehlung abgeben. "Wir sind zur Neutralität verpflichtet", sagt Wittfeld. Sie rät aber, aus praktischen Gründen einen Anbieter nahe des Wohnorts zu wählen, beispielsweise weil kurze Wege die Pünktlichkeit fördern. Eine Liste der ambulanten Pflegedienste findet sich auf der Seite der Stadt (www.duesseldorf.de/senioren/ambulante-pflegedienste.html). Zwar werden dort auch die Benotungen der Anbieter aufgeführt. Allerdings ist diese allgemein umstritten. Meist wird die Note 1 vergeben. Für Kritiker sagen die Noten weniger etwas über die Qualität der Arbeit als über die Qualität der Dokumentation der Arbeit aus. Wittfeld rät, sich an den Empfehlungen von Nachbarn und Freunden zu orientieren. Letztlich müsse sich aber jeder sein eigenes Bild vom Anbieter machen bei einem persönlichen Gespräch.

4 In diesem Gespräch sollte der Interessent seine Wünsche für die Pflege äußern und sich dafür die Kosten berechnen lassen. Möchte der oder die Betreffende beispielsweise nicht, dass eine Pflegekraft vor neun Uhr kommt? Ist es für mich wichtig, dass nur eine weibliche oder nur eine männliche Pflegekraft zu mir kommt? "Man muss vorher klären, was ist erfüllbar, was nicht", sagt Wittfeld. Bei der Preisgestaltung - eine Ganzkörperwaschung kostet um die 25 Euro - weist sie die Kunden häufig darauf hin, dass damit eine professionelle Leistung bezahlt wird: darin sind Fahrtkosten enthalten ebenso wie die Sozialversicherungsbeiträge der Fachkräfte.

5Der Pflegeexperte und Buchautor Stefan Palmowski weist darauf hin, dass es hilfreich ist, mögliche Probleme bereits im Vorfeld zu klären. Was passiert beispielsweise, wenn ich nicht mit der Pflegeperson zurechtkomme? Außerdem können verschiedene Extra-Wünsche - wie Müll runtertragen oder zum Arzt bringen -, die nicht von der Pflegeversicherung bezahlt werden, Bestandteil einer ausführlichen Verhandlung sein.

Quelle: RP
 
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