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Düsseldorf
Was andere Buchhandlungen anders machen

Düsseldorf. Zu den Ursachen für die Schließung des Stern-Verlags zählt neben dem Internet-Handel der Zuwachs der lokalen Konkurrenz. In den vergangenen sieben Jahren haben in der erweiterten Innenstadt zwei Ketten Filialen eröffnet: die Mayersche an der Kö und Thalia in den Düsseldorf Arcaden. Ein Blick auf die Modelle:

Mayersche Die Mayersche an der Kö ist Flaggschiff einer großen Kette, bindet über Veranstaltungen auch mit Stars, einer Kundenkarte und dem Café die Menschen an sich. Gleich auf Seite 1 der Homepage können Bücher im Netz bestellt werden. Die Filiale auf der Kö beeindruckt durch sechs Etagen und beweist, dass Buchhandel in Top-City-Lagen funktionieren kann, darf aber über eine Tatsache nicht hinwegtäuschen: Im direkten Umfeld gab es bis vor wenigen Jahren noch die Buchhandlungen Droste, Schrobsdorff und Lincke. Die größeren haben in den Innenstädten die kleineren Einheiten abgelöst, jetzt machen sich die größeren Geschäfte existenzielle Konkurrenz.

Thalia Einer der Wettbewerbsvorteile der Düsseldorfer Dependance von Deutschlands größtem Buchhandelsunternehmen wird schon beim Betreten offensichtlich. Das Geschäft in den Düsseldorf Arcaden kommt mit relativ wenig Platz aus. Mit einem auf Verkaufsschlager ausgerichteten Angebot bespielt Thalia nur rund 1000 Quadratmeter. Auch die nicht literarischen Produkte sind begrenzt, dazu zählen Spiele, DVDs und Geschenkartikel. Auf die digitale Konkurrenz der gedruckten Bücher hat sich Thalia bereits zum Eröffnungszeitpunkt einstellen können und bietet zum Beispiel an, dass Kunden ihr Buch im Internet bestellen und in der Filiale abholen können. Auch der E-Book-Reader des Unternehmens und die dazugehörigen Angebote haben einen prominenten Platz im Geschäft. Zu Umsatzzahlen der Filiale macht das Unternehmen keine Angaben, Veränderungen in Düsseldorf sind laut einer Unternehmenssprecherin derzeit nicht geplant.

Die Kleinen In Stadtteilen wie Gerresheim oder Oberkassel gibt es Buchhandlungen, die als Dienstleister vor der Tür ein relativ sicheres Geschäft haben - auch dank persönlicher Bindung und guter Beratung. Ebenso finden Nischenanbieter wie die Heine-Buchhandlung in der Altstadt ihr Auskommen.

(hdf/ujr)
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