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Serie: Welche Kultur braucht Düsseldorf?
Was die Stadt für die Kultur ausgibt

Serie: Welche Kultur braucht Düsseldorf?: Was die Stadt für die Kultur ausgibt
FOTO: RP
Düsseldorf. Kultur kostet Geld - und zwar nicht wenig. Das rückt derzeit wegen des Lochs in der Stadtkasse verstärkt in den Vordergrund. Was lässt sich Düsseldorf die Kultur überhaupt kosten? Und wo steht die Stadt im Vergleich? Wir haben die Antworten. Von Arne Lieb

Was zeigt die Grafik? Das oben stehende Tortendiagramm veranschaulicht, wie sich der städtische Kulturetat aufteilt. Rund 129 Millionen Euro (von einem Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden Euro) hat der Stadtrat für das laufende Jahr genehmigt, um Bühnen, Museen, Volkshochschule etc. zu unterstützen. Der mit Abstand größte Teil geht an städtische Häuser, allen voran die Rheinoper und das Schauspielhaus. Aus dem Etat werden aber auch die sogenannten freien Akteure unterstützt, darunter so unterschiedliche wie Tanzhaus, Marionettentheater, Open-Source-Festival oder Heine-Haus (insgesamt 7,2 Millionen Euro).

Was muss man zum Verständnis wissen? In den Etat fließen neuerdings auch die Baukosten ein: 5,5 Millionen Euro sind das im vorliegenden Fall für das Schauspiel, 1,5 Millionen Euro für die Oper. Über das Jahr hat der Stadtrat zudem weitere Sonderausgaben wegen der Sanierung des Schauspielhauses genehmigt, die hier fehlen (u.a. 4,8 Millionen zusätzlich für die Haustechnik), weil sie das Jahr 2017 betreffen. Streng genommen müssten die Symphoniker zudem teilweise in der Oper gebucht werden, wo sie ebenfalls spielen. Zur Vereinfachung wurden sie gesamt der Tonhalle zugeschlagen.

Wie steht Düsseldorf im Vergleich zu anderen Städten da? Das ist natürlich politisch eine spannende Frage - die sich aber nicht leicht beantworten lässt. Grundsätzlich gilt: Man sollte keine voreiligen Schlüsse ziehen. Die Rheinoper zum Beispiel ist zweifelsohne kostspielig. Im Vergleich zu anderen Opern steht sie aber in der Wirtschaftlichkeit nicht schlecht da, unter anderem durch die Kooperation mit Duisburg. Wer an diesen Kosten rütteln will, muss das Angebot einschränken - das steht derzeit im Stadtrat nicht zur Debatte. Auch ein Städtevergleich zu den Gesamtkosten ist nicht ohne Weiteres möglich, da die Städte ihre Etats unterschiedlich zuschneiden.

Eine Betrachtung auf breiter Basis nehmen regelmäßig das Hamburger Institut für Weltwirtschaft und die Berenberg-Bank vor. Dort vergleicht man etwa die Zuweisungen an öffentliche und private Theater, überall ein großer Posten. Düsseldorf steht in diesem Punkt mit rund 100 Euro pro Einwohner auf Platz 13 von 30 Städten. Im Gesamtranking der attraktivsten Kulturstädte, in das diverse Faktoren von der Zahl der Ausstellungen bis zur Größe der Kulturwirtschaft einfließen, ist übrigens Düsseldorf zurückgefallen: Die Stadt steht nur noch auf Platz acht und damit zwei Plätze niedriger als 2014. An der Spitze sind Stuttgart, Dresden und Berlin.

Wie geht es 2017 weiter? Der Haushaltsplan ist noch in Arbeit. Es deutet sich an, dass der Kulturetat steigt. Das bedeutet aber nicht mehr Spielraum für die Kultur: Die Mehrkosten entfallen vor allem auf Sanierungen und Tarifsteigerungen.

Lesen Sie hier den Kommentar unseres Autors zur Kulturpolitik in Düsseldorf: "Die Stadt wirbt nicht für ihre Werte"

Quelle: RP
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