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Düsseldorf
Was die Tour de France den Stadtteilen bringt

Düsseldorf: Was die Tour de France den Stadtteilen bringt
Wenn die Radfahrer Gerresheim verlassen, erhalten die Zuschauer weltweit ein Bild von der grünen Idylle vor der Landeshauptstadt. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Entgegen der alten Planung führt die Tour de France nicht mehr an Knittkuhl und Hubbelrath vorbei. Sehr wohl aber mitten durch Gerresheim. Von Marc Ingel

Nächstes Jahr werden am 2. Juli womöglich 23 Millionen Zuschauer vor den Fernsehern sitzen, um mit dabei zu sein, wenn 3000 Journalisten über die zweite Etappe der Tour de France mit Start und Ziel in Düsseldorf berichten. Tags zuvor fällt mit dem Einzelzeitfahren der Startschuss für das Radsportspektakel in der Landeshauptstadt, das in 190 Länder übertragen wird. Mit diesen Zahlen versuchen die Mitglieder des Projektteams Grand Depart, die Vorfreude auf das Ereignis in Düsseldorf zu wecken.

Dann werden Zuschauer weltweit auch den Stadtbezirk 7 kennen lernen. Wenn die Fahrer über Graf-Recke-Straße und Ernst-Poensgen-Allee in Grafenberg die Fahneburgstraße hoch zur ersten Bergwertung der Tour in Ludenberg klettern. Wenn die Radprofis Rennbahnstraße und Bergische Landstraße hinter sich lassen und über die Gräulinger Straße am Markt vorbei in die Märkische Straße einbiegen und über Am Pesch, Quadenhof- und Morper Straße Gerresheim durchqueren.

Fotos: Pressekonferenz zum Tour Start 2017 in Düsseldorf FOTO: dpa, mjh fdt

Wermutstropfen: Entgegen der ursprünglichen Planung werden die Fahrer auf ihrem Rückweg von der Schleife aus Erkrath und Mettmann kommend nicht mehr direkt an Hubbelrath und Knittkuhl vorbeifahren. Die sehr wahrscheinlich finale Streckenführung wird vielmehr über die Mettmanner Straße weiter nördlich Richtung Ratingen führen. Über Rath, Mörsenbroich und Düsseltal geht es dann wieder Richtung Innenstadt.

Drei bis vier Minuten Fernsehpräsenz wird für den Stadtbezirk 7 abfallen. Das klingt nicht unbedingt nach viel, die bewegten Bilder flimmern dafür aber quasi über den gesamten Erdball. Der Marketingwert ist in Düsseldorf dennoch umstritten. Daher tingelten Vertreter des Grand-Depart-Projektteams vor der Sommerpause auch durch die Bezirksvertretungen, um die Werbetrommel für die Tour zu rühren.

Fotos: "Tour de France - Das goldene Zeitalter" FOTO: Presse Sports

Bereits am 18. September gibt es im Rahmen des "Race am Rhein" schon mal die Generalprobe, dann können auch Amateure beim Jedermannrennen die Strecke abfahren. Bereits dieses sportliche Ereignis bringt umfangreiche Absperrungen mit sich. Wie Bernhard Reimann vom Organisationsteam erklärt, liege die Zahl der Anmeldungen bei aktuell 2140 Fahrern. Doch die Ankündigung des Amateurrennens hat den ein oder anderen im Stadtbezirk 7 offenbar überrascht. So hatte die Feuerwehr in Gerresheim ursprünglich für dieses Datum ihren Tag der Offenen Tür der Wache an der Gräulinger Straße geplant. "Es kam eine Anfrage aus dem Rathaus, ob wir diesen Termin nicht verschieben könnten. In Absprache mit der Wachleitung werden wir nun einen Alternativtermin suchen", bestätigt Feuerwehrsprecher Thomas Schülpen.

Aber was bleibt nun hängen von der Tour, in der Stadt und in den Stadtteilen, wo ist die Nachhaltigkeit, wollten die Politiker in der Bezirksvertretung 7 wissen. Marc Janssen und Sebastian Schulmeister vom Projektteam Grand Depart erzählten vom Ausbau des Images der Sportstadt Düsseldorf, der Weiterentwicklung der Radinfrastruktur, dem Heranführen der Jugend an den Radsport oder dem hohen Wert der deutsch-französischen Freundschaft. Auch die Geschäftsleute sollen profitieren, Kontakte mit den Werbegemeinschaften seien geknüpft. Ein verkaufsoffener Sonntag wäre ratsam, zumal der Umbau der Benderstraße kurz vor dem 18. September offiziell abgeschlossen ist. Restlos überzeugen konnte das die Politiker nicht. Den Optimusmus erschüttern aber auch nicht.

Quelle: RP
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