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Was ist eigentlich ein Baukirchenmeister?

Düsseldorf: Was ist eigentlich ein Baukirchenmeister?
Michael Wunderlich ist für den Unterhalt und Pflege aller Gebäude und dessen Inventar zuständig. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Michael Wunderlich ist in Unterrath zuständig für den Bau eines neuen Gemeindezentrums. Von Christopher Trinks

Vor Michael Wunderlich liegt ein arbeitsreiches Jahr. Zwar ist der 65-Jährige nach seiner langjährigen Tätigkeit im kaufmännischen Bereich eines Handelsunternehmens in Rente gegangen - mit dem Amt des Baukirchmeisters der evangelischen Gemeinde Unterrath-Lichtenbroich hat er im vergangenen Jahr eine neue Aufgabe im Presbyterium übernommen, die mit einem großen Bauprojekt verbunden ist.

Denn in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten starten, die den Standort Am Röttchen 10 zum neuen Gemeindezentrum umwandeln werden. Konkrete Pläne für das Bauvorhaben wurden bereits ausgearbeitet und den Ämtern vorgelegt. Was fehlt, ist nur noch die Absegnung durch das Amt für Denkmalschutz. "Das war bei der Planung eine Herausforderung. Jetzt ist es nur noch eine technische Sache, weil wir alle Vorgaben einhalten", sagt Wunderlich. Als Baukirchmeister obliegt ihm zwar die Aufsicht vonseiten der Gemeinde über die Arbeiten in der und um die Petruskirche herum, selber "baut" oder plant er dabei aber nicht mit. "Ich muss kein Maurer oder Architekt für das Amt sein. Das machen die Fachleute."

Denn jene Stellung im Presbyterium ist ein Ehrenamt, welches von Laien besetzt und in der Regel alle vier Jahre neu gewählt wird. Der oder diejenige ist dann für Unterhalt und Pflege aller Gebäude und dessen Inventar zuständig, die sich im Besitz der Gemeinde befinden. Neben der Petruskirche gehören auch das alte Pfarrhaus, das Gemeindehaus im Diezelweg und die Kindertagesstätten an der Ahornallee und Krahnenburgerstraße zu den Immobilien, um die sich Wunderlich kümmert. Nötige Erneuerungsmaßnahmen hält er auf seinen Begehungen fest, um diese dem Presbyterium zur Bewilligung vorzutragen.

Primär wird sich seine Arbeit auf die Petruskirche fokussieren. Das 1956 nach den Plänen des Architekten Helmut Hentrich erbaute Gebäude bedarf im Inneren einer größeren Verjüngungskur. Besonders die Elektronik der Beleuchtung und die Orgel sind veraltet. Auch die Fenster müssen repariert werden. Angesichts der baulichen Gegebenheiten des sechseckigen Gebäudes und der imposanten Dachkonstruktion aus Mannesmann-Stahlröhren reichen diese Erneuerungen für eine "Gratwanderung mit dem Denkmalschutz", wie es Wunderlich bezeichnet.

So musste auch schon manch Idee, wie das Ersetzen der geflochtenen Kirchenbänke, wieder verworfen werden. Auf dem Außengelände der Kirche soll mit dem Bau eines neuen Pfarrsaals, der auf dem Vorplatz neben dem Glockenturm errichtet wird, sowie der Renovierung des Pfarrhauses 2020 dann das neue Herzstück der Gemeinde fertiggestellt sein. Dort werden auch das Seniorencafé "Petrus" oder die Treffen der Familienkreise stattfinden. Zudem soll der neue Pfarrsaal auch für externe Veranstaltungen angemietet werden können.

Für Wunderlich ist aber gerade die Sanierung der Kirche, in der er konfirmiert und die Trauzeremonie seiner Hochzeit vollzogen wurde, ein besonderes Anliegen. "Ich bin schließlich mit dieser Kirche aufgewachsen und in die Jahre gekommen", sagt der gebürtige Unterrather. Neben der persönlichen Bindung ist es aber auch die verantwortungsvolle Position im Presbyterium, die ihn zu seiner ehrenamtlichen Tätigkeit motiviert. "Anders als in der katholischen Kirche können in der Evangelischen ja alle Beteiligten des Presbyteriums das Gemeindeleben leiten und mitbestimmen, was ich großartig finde. Und als Rentner hat man ja auch genügend Freizeit", sagt Wunderlich.

Quelle: RP
 
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