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Twittwoch bei der Rheinischen Post
Was sexy Altbier mit Twitter zu tun hat

Twittwoch bei der Rheinischen Post: Was sexy Altbier mit Twitter zu tun hat
Carmen Hillebrand (Mitte) wird von André Paetzel (Rechts) und Daniel Fiene (Links) interviewt. FOTO: Oliver Havlat
Düsseldorf. Twitter ist ein globaler Dienst - richtig gut wird Twitter aber mitunter erst, wenn es ums Lokale geht. Deswegen suchte der achte Düsseldorfer "Twittwoch" am Aschermittwoch auch die "Local Heroes" aus der Landeshauptstadt. Es kamen 130 gut gelaunte Social Media-Nutzer und gesprochen wurde über Sexyness im Bierglas, die Intimität des Rheinbahn-Fahrens, Stadtteilblogs und Hochkant-Videos. Von Oliver Havlat

Nach Stationen im NRW-Forum, der Tonhalle und der Kunstsammlung NRW fand der Twittwoch dieses Mal im Konferenzzentrum der Rheinischen Post in Heerdt statt. Die Organisatoren André Paetzel (Deutsche Markenarbeit) und RP-Redakteur Daniel Fiene luden zur Podiumsdiskussion mit ihren Gästen und zum anschließenden "freien, offenen Netzwerk-Treffen" (Paetzel) bei Altbier, Mettbrötchen und Frozen Yogurt von Mit-Sponsor Yomaro. 

Die Themenpalette der lokalen Social Media-Szene ist bunt: Carmen Hillebrand, bei Twitter unter @CarmenHi unterwegs, ist profilierte Food-Bloggerin aus Düsseldorf. Sie schreibt über die neue Burger-Kultur in der Stadt, über den Trend zu Restaurants für Veganer und Vegetarier - und "Craft Beer", also handwerklich gebrautes Bier, das derzeit eine Renaissance erlebt. Wie sexy Bier im Glas sein kann, fragte Carmen Hillebrand sich und die Twittwoch-Teilnehmer. 

Mysteriös blieb der zweite Gast, weil er gar nicht anwesend war: Fiene und Paetzel suchten den geheimnisvollen "Mr. Düsseldorf", der mit seinen Ausgeh-Tipps, News zu Club-Events und Terminen in der Stadt mittlerweile über 50.000 Facebook-Fans erreicht - aber selbst unerkannt bleiben will. "Mr. Düsseldorf" gab beim Twittwoch zwar bereitwillig Auskunft über sein Projekt, das "weniger eine geplante Sache, sondern ein Zufall" gewesen sei, outete sich als Lokal-Patriot ("Bin am Rhein geboren und aufgewachsen, viel gereist, aber immer wiedergekommen") - blieb aber konsequent unsichtbar, denn die beiden Moderatoren führten das Interview im Chat-Fenster. Trotz der wachsamen Teilnehmer, die ihre Nachbarn zur Linken und zur Rechten mit Argusaugen beobachteten, ob die nicht gerade eifrig ins Smartphone tippten, als der Unbekannte selbiges auf der Chat-Leinwand tat - die "Jagd auf Mr. Düsseldorf" blieb an diesem Abend erfolglos.

Sehr öffentlich macht hingegen Erkan Dörtoluk das, was er macht: Er fährt mit der Rheinbahn und schreibt auf, was er dabei hört. @rheinbahn_intim ist sein Twitter-Name, unter dem er die kuriosesten Hör-Fundstücke aus seinem Alltag verbreitet. Kostprobe: "Elkes Tochter war ja so kaufsüchtig. Jetzt war sie beim Arzt und der hat gesagt, das Shopping kommt von der Schilddrüse. (Maria, 64)".

Dörtoluk freut sich jeden Tag über den "intensiven Talk im innerstädtischen Bereich" sagte er. Er sei stets in Tarifzone A unterwegs, und dort gebe es auch die interessantesten Gespräche. Viele Menschen, gab er aber noch zu Protokoll, missverstünden jedoch sein Projekt "Rheinbahn intim": "Ich bekomme häufig Anfragen, etwa, warum die 713 nicht fährt." Die Rheinbahn freuts:

Und schließlich machte Digital-Marketing-Spezialist Markus Eckartz im Gespräch mit Paetzel und Fiene noch zwei Feststellungen: Der Experte für Lokalblogs stellte fest, dass "noch nicht alle Düsseldorfer Stadtteile ordentlich verbloggt" und rief die Social Media-Szene in der Stadt auf, das zu ändern. Und, etwas allgemeiner, stellte er fest, dass Facebook so etwas wie eine kleine Medienrevolution hervorgerufen habe: "Hochkant-Video ist eine Medienform, die vorher nicht existierte." 

Im folgenden Tweet ist Markus Eckartz (Mitte) im Gespräch mit Daniel Fiene (Links) und André Paetzel (Rechts):

Beim anschließenden Netzwerken tauschten sich die Teilnehmer intensiv aus. Vielleicht entstanden dabei neue Lokalblogs - oder auch Verabredungen zum Craft Beer-Test in der Stadt. Der nächste Twittwoch wird es zeigen. Und der soll, das versprachen die Organisatoren, noch in diesem Jahr stattfinden. 

Auch unsere Kollegen von Tonight.de haben den Twittwoch besucht: Hier der Nachbericht von Karoline Hatt.

Hier finden Sie alle Tweets, rund um den Twittwoch in Düsseldorf:

(hav)
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