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U-Bahn in Düsseldorf
Wehrhahn-Linie - die neue Hauptschlagader

Die Wehrhahnlinie in 180 Sekunden erklärt
Düsseldorf. Die Wehrhahn-Linie führt durch einen 3,4 Kilometer langen Tunnel und sechs Bahnhöfe. An der Oberfläche sind die Stationen mit zahlreichen Bussen und Bahnen verknüpft. Dadurch verändert sich das Nahverkehrsnetz im großen Stil. Von Christian Herrendorf

Die U-Bahn und die Stationen, die morgen in Düsseldorf eröffnen, sind mit beeindruckenden Zahlen verbunden: 22.000 Tonnen Stahl und 240.000 Kubikmeter Beton sind im 3,4 Kilometer langen Tunnel verbaut worden. 500 Kilometer Kabel liegen nun unter der Erde, 59 Rolltreppen bringen die Nahverkehrsnutzer auf die Bahnsteige der sechs neuen Stationen beziehungsweise wieder an die Oberfläche. Nach acht Jahren Bauzeit erhält das Düsseldorfer Nahverkehrsnetz damit eine neue Hauptschlagader. Ein Aus-, ein Rück- und ein Überblick:

Wehrhahnlinie: Eine letzte Fahrt durch die Altstadt

Das neue Netz In der Röhre sind vier neue U-Bahn-Linien unterwegs, die an ihren oberirdischen Enden bekannte Routen übernehmen und in der Summe wegen des Tunnels schneller unterwegs sind: Die U71 fährt wie die 701 zwischen Benrath und Rath, die U72 wie die 712 zwischen Volmerswerth und Ratingen, die U73 entspricht im Osten der 703 (Gerresheim S) und im Süden der 707 (Universität-Ost). Die U83 fährt im Süden dieselbe Strecke wie die 701, an der Uhlandstraße bedient sie aber die Strecke zum Gerresheimer Krankenhaus.

Jede der Stationen der Wehrhahn-Linie ist oberirdisch mit weiteren Verkehrsmitteln verknüpft. An den Haltestellen unmittelbar vor dem Tunnel, Bilk und Am Wehrhahn, sind dies vor allem die S-Bahnen in zahlreiche Großstädte der Region. Die Heinrich-Heine-Allee als neues Zentrum des gesamten Netzes ist mit sämtlichen U-Bahnen der bisherigen Strecken verbunden, also auch der Achse zum Hauptbahnhof. Oberirdische Bahnen gibt es in der Altstadt dagegen nicht mehr, auf den Straßen fahren an der Heine-Allee ausschließlich Busse.

Die verbleibenden Straßenbahn-Strecken kreuzen vor allem an zwei Punkten die Wehrhahn-Linie. An der Schadowstraße können Fahrgäste die neuen Linien 701, 705 und 706 erreichen, die am Hofgarten entlang und über die Berliner Allee fahren. Am Graf-Adolf-Platz verläuft oberirdisch die Strecke der Linien, die zwischen Hauptbahnhof, Hafen, Bilk und Neuss unterwegs sind.

So sehen die neuen U-Bahnhöfe der Wehrhahnlinie aus FOTO: Endermann, Andreas

Die Geschichte Der Tunnel der Wehrhahn-Linie ist in vier großen Schritten entstanden. Die Bohrmaschine mit einem Durchmesser von neun Metern startete zunächst in Bilk und grub sich durch bis zur Benrather Straße. Vorne arbeitete sich das Schneidrad durch das Erdreich, hinten wurden die Betonstücke für die Röhre platziert und zusammengesetzt. Dasselbe Prinzip praktizierte die Maschine dann noch einmal auf der Strecke zwischen Königsallee und Wehrhahn.

Das fehlende Stück zwischen diesen beiden Röhren entstand in einem Eispanzer. Um das Kaufhof-Gebäude zu schonen, wurde der Erdboden tiefgefroren. Im Schutze des Eises gruben dann Bagger auf herkömmliche Weise den neuen Teil des U-Bahnhofs "Heinrich-Heine-Allee".

Besichtigungen: Blick in die "Heinrich-Heine-Allee" und "Benrather Straße" FOTO: Schaller,Bernd

Die übrigen Stationen wurden zunächst von der Oberfläche aus gegraben. Nachdem dort die Schlitzwände gesetzt waren, wurden auf die Baustelle Deckel gelegt. So konnte der Verkehr oben rollen und unten die Bahnsteige entstehen.

Quelle: RP
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