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Düsseldorf
Wehrhahn-Linie startet am 20. Februar

Wehrhahnlinie: Eine letzte Fahrt durch die Altstadt
Düsseldorf. In einem Monat geht die neue U-Bahn in Betrieb - und Düsseldorf erhält einen komplett neuen Fahrplan. Die Arbeiten laufen bis zum letzten Moment. Am Tag vor dem Start können Fahrgäste Abschied von den Altstadt-Schienen nehmen. Von Arne Lieb

Der Countdown für den Start der Wehrhahn-Linie läuft. Am 20. Februar geht der neue Tunnel unter der Innenstadt in Betrieb - mit weitreichenden Folgen für den Nahverkehr. Das sind die wichtigsten Antworten genau einen Monat vor der Inbetriebnahme:

Was ändert sich am 20. Februar? Zwischen den Stationen Am Wehrhahn und S-Bahnhof Bilk verschwinden die Bahnen im Untergrund. Der Tunnel, an dem gut acht Jahre gebaut wurde, soll sie schneller und pünktlicher machen. Vier neue U-Bahn-Linien gehen in Betrieb. Sie ersetzen die Züge, die bislang an der Oberfläche fahren - folglich ist ein großer Teil der Gleise durch die Innenstadt unnötig und wird entfernt. Fahrgäste müssen sich aber nicht nur an die Wehrhahn-Linie gewöhnen: Mit der Umstellung gilt erstmals ein komplett neuer Fahrplan, es gibt Wegänderungen, für alle Linien gelten neue Abfahrtszeiten.

Besichtigungen: Blick in die "Heinrich-Heine-Allee" und "Benrather Straße" FOTO: Schaller,Bernd

Wie wird die Umstellung laufen? Der Start der Wehrhahn-Linie ist ein einschneidendes Ereignis für den Nahverkehr. Er ist schrittweise geplant - und verbunden mit besonderen Veranstaltungen. Am Samstag, 20. Februar, können Bürger zum ersten Mal durch den Tunnel fahren. Allerdings verlassen die Bahnen ihn noch nicht. An der Oberfläche läuft der Verkehr zum letzten Mal wie gewohnt. Die Rheinbahn setzt auf der wegfallenden Strecke ihre Oldtimer-Bahnen ein. Fahrgäste können in den historischen Fahrzeugen zum Beispiel zum letzten Mal über die oberirdischen Schienen durch die Altstadt fahren. Ab Sonntag, 21. Februar, gilt dann der neue Netzplan, die Bahnen kommen aus dem Tunnel. Auf dem Corneliusplatz wird ein Zelt für die VIP-Gäste aufgestellt, unter anderem soll sich Verkehrsminister Michael Groschek angekündigt haben. Auf dem Platz an der Kö, auf dem sich in den vergangenen Jahren die zentrale Baustelle für die Wehrhahn-Linie und der Info-Pavillon befunden hatten, wird derzeit zur Feier des U-Bahn-Starts auch ein Riesenrad aufgebaut.

Was muss bis dahin noch getan werden? Die Vollsperrung der Kreuzung Berliner Allee/Graf-Adolf-Straße endet voraussichtlich morgen. Damit ist die letzte neue Gleiseckverbindung verlegt. Viele andere, finale Arbeiten für den neuen Tunnel mit seinen sechs U-Bahnhöfen laufen aber weiter. "Jedes Großprojekt geht in den letzten Wochen in eine heiße Phase", sagt die Leiterin des Amts für Verkehrsmanagement, Andrea Blome. Derzeit werden die Zugänge zu den U-Bahnhöfen freigelegt, teils noch gepflastert. Etliche kleinere Arbeiten stehen noch an, vom Schließen von Decken bis zum Aufstellen von Papierkörben und Hinweisschildern. In der Nacht zum 21. Februar werden dann die Gleisverbindungen umgestellt und die Abzweige für die oberirdische Strecke gekappt - danach wird der Verkehr über die neue Strecke laufen.

So sehen die neuen U-Bahnhöfe der Wehrhahnlinie aus FOTO: Endermann, Andreas

Bei der Rheinbahn laufen seit Wochen die Schulungen für die Fahrer. Das Verkehrsunternehmen hatte zuletzt auch mit technischen Problemen zu kämpfen. Die sind laut Sprecher Georg Schumacher behoben. Durch ein Ultraschall-Verfahren wurden die "Silberpfeil"-Bahnen untersucht, in deren Federung die Rheinbahn einen Schaden befürchtet hatte. Der Verdacht hat sich nicht erhärtet. Die mit Holzwürmern befallenen Bohlen wurden ausgetauscht, ein Fehler in der Zugsicherung behoben.

Wie können sich Fahrgäste informieren?

Düsseldorf: Einblick in den neuen U-Bahnhof Kirchplatz FOTO: Bretz, Andreas

Über alle Neuheiten informiert die Rheinbahn auf ihrer Internet-Seite, in ihrer App und in Broschüren. Seit Monaten läuft zudem eine Werbe-Kampagne. Der Info-Bus des Unternehmens wird im Vorfeld an verschiedenen Orten stehen. Die Rheinbahn rät dazu, die Änderungen für die eigenen Verbindungen schon im Vorfeld über die elektronische Fahrplanauskunft zu ermitteln, um nicht vom Wechsel überrascht zu werden.

Quelle: RP
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