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Verlängerung der Wehrhahn-Linie
Bund unterstützt weiteren U-Bahn-Bau in Düsseldorf

Düsseldorfer feiern neue Wehrhahn-Linie
Düsseldorfer feiern neue Wehrhahn-Linie FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. Die neue U-Bahn kommt an. Der Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums ermuntert die Stadtspitze sogar, die Wehrhahn-Linie zu verlängern. Die jedoch sieht in einer Rheinbahn-Brücke nahe Flughafen und Messe die Priorität. Von Christian Herrendorf und Uwe-Jens Ruhnau

Die Düsseldorfer entern die neue Stadtbahnstrecke in Scharen und sind größtenteils begeistert. Nach all dem Geruckel und den vielen Stau-Erlebnissen "oben" geht es nun geradezu atemberaubend flott durch die City. In seiner Ansprache bei der Eröffnung lobte der Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums Enak Ferlemann die Wehrhahn-Linie und motivierte die Landeshauptstadt, weitere Projekte dieser Art anzugehen.

Gerade in den stark wachsenden Großstädten Deutschlands wolle die Bundesregierung den verkehrlichen Ausbau fördern. Im Gespräch mit unserer Redaktion konkretisierte der CDU-Mann: "Wenn Düsseldorf die Wehrhahn-Linie noch verlängern möchte, wird der Bund dies finanziell unterstützen."

Wehrhahnlinie: Eine letzte Fahrt durch die Altstadt

Ferlemann kann sich die Verlängerung an beiden Seiten vorstellen, zur Schlüterstraße, wie es einst geplant war, aber auch in Richtung Universität. "Die U-Bahn ist teuer, aber sie löst an der Oberfläche viele weitere positive Entwicklungen aus." Es sei normal, wenn Städte solche Großinvestitionen abschnittweise anpackten, in Hamburg sei dies beispielsweise auch der Fall.

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek gab sich ebenso offen, er will mit Oberbürgermeister Thomas Geisel über Verkehrsprojekte sprechen. Er appellierte aber auch an Ferlemann, das notwendige Geld freizugeben. Denn seine Unterschrift fehlt noch unter jenen acht Milliarden Euro Regionalisierungsmitteln, auf die man sich geeinigt hat. Aus diesem Topf kann auch eine neue U-Bahn finanziert werden.

Zudem soll das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz auch nach 2020 weiterlaufen, Bund und Länder haben sich auf eine Fortführung in Höhe von knapp 333 Millionen Euro jährlich auf weitere 15 Jahre geeinigt.

Umfrage: Das sagen Düsseldorfer zum Start FOTO: Bretz, Andreas (abr)

Zuschüsse sind vorhanden

Zuschüsse sind also vorhanden, aber kann Düsseldorf die Eigenmittel aufbringen und welches Projekt soll angepackt werden? Thomas Jarzombek, der für die CDU im Bundestag und auch im Verkehrsausschuss sitzt, hält den Südast in Richtung Universität für wahrscheinlicher. "Die Stadt müsste, so sie sich für die verlängerte Wehrhahn-Linie entscheidet, nur beim Land einen Antrag stellen, um in den Förderkorridor kommen zu können."

Das ist die Kunst in der neuen Wehrhahn-Linie FOTO: dpa, skm sab

Geisel sieht dort wie auch in Richtung Metro/Schlüterstraße den Bedarf als nicht so groß an. Dort komme die Bahn meist oberirdisch gut durch, an problematischen Stellen werde gearbeitet. "Wichtiger ist die U 81 zum Flughafen und der Brückenschlag für die Bahn ins Linksrheinische."

Das Verkehrsdezernat untermauert die Position des Oberbürgermeisters. Für die U 81 kann die Stadt einen Kosten-Nutzen-Faktor erreichen, der im förderfähigen Bereich liegt. Bei einer Verlängerung der Wehrhahn-Linie stehen die Chancen schlechter. Als Nutzen gilt vor allem eine noch einmal deutlich steigende Zahl an Fahrgästen. Die ist im Süden kaum zu erwarten. Im Osten gibt es zwar Neubaugebiete und große Büro-Viertel, dort aber wären die Kosten deutlich höher und somit der Gesamtfaktor voraussichtlich wieder zu niedrig. Um den Faktor zu ermitteln, müsste die Stadt das Projekt für den Bundesverkehrswegeplan anmelden und eine Vorplanung in Auftrag geben. Die kostet einige Millionen Euro.

Quelle: RP
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