| 16.22 Uhr

Düsseldorf
Das sind die Kinderkrankheiten der Wehrhahn-Linie

Wehrhahnlinie in Düsseldorf: Diese Probleme gibt es noch
Die Anzeigetafeln bleiben teilweise noch schwarz. FOTO: irz
Düsseldorf. Anzeigetafeln, Rolltreppen, Aufzüge - rund um die neue Wehrhahn-Linie gibt es noch kleine Baustellen, an denen die Rheinbahn nach dem Eröffnungswochenende noch arbeitet und feinjustiert. Bereits am Sonntag fühlten sich schon die ersten Schmierfinken bemüßigt, die Wände zu bekritzeln. Von Ines Räpple

Mit schwarzen Filzstift waren die "Achat"-Wände an einem der Treppenabgänge am Graf-Adolf-Platz beschmiert worden. Sonntagmorgen waren die Kritzeleien entdeckt worden, die Rheinbahn reagierte schnell, um 14 Uhr war alles wieder weggewischt. "Das Material ist zum Glück so beschaffen, dass es relativ schnell und rückstandlos zu entfernen war", sagt Sprecherin Heike Schuster. "Es ist trotzdem traurig."

Düsseldorfer feiern neue Wehrhahn-Linie FOTO: Bretz, Andreas

Viele Mitarbeiter stehen derweil auf den Bahnsteigen und an den Abgängen und helfen den Fahrgästen, den richtigen Weg zu finden. Die Rolltreppen in den Untergrund haben allerdings teilweise "Kinderkrankheiten", stocken gelegentlich - die Aufzüge sind zum Teil noch nicht in Betrieb. Die Zeit hat am Ende einfach nicht ausgereicht, um alles fertig zu bekommen. "Einzelne Aufzüge haben noch keine Abnahme, das soll diese Woche nachgeholt werden. Die Rolltreppen sind noch nicht feinjustiert", erklärt dazu Schuster und betont: "Wir haben zugesehen, dass pro Bahnhof ein Aufzug funktioniert. Wir geben Gas."

Viele Anzeigen noch nicht in Betrieb

An vielen der 63 Infokästen muss noch gearbeitet werden. Sie bleiben wie am Montagmittag an der Heinrich-Heine-Allee/Ausgang Schadowplatz oder am Graf-Adolf-Platz schwarz - manchmal gibt es auch den Hinweis, dass das System neu startet. "Das zeigt, dass die Kollegen daran arbeiten", sagt Schuster. Alle gleichzeitig hätte man nicht über Nacht in Betrieb nehmen können, teilweise fehlt noch der Strom oder das Fundament konnte nicht gegossen werden. "Wir haben die Priorität auf die Anzeigen im Tunnel gelegt." Probleme mit der Rheinbahn-App seien auf die hohen Zugriffszahlen zurückzuführen. 

Viele Fahrgäste ärgern sich über die neuen Haltestellenschilder. Sigrid Liethen findet, die Hinweisschilder haben mit Kundeninformation nichts mehr zu tun. "Bei den Anzeigetafeln nicht die gleiche Schriftgröße wie vorher an den alten Anzeigetafeln zu übernehmen, ist eine Zumutung, nicht nur für Sehbehinderte." Ottfrid Hillmann, Sprecher der Düsseldorfer Selbsthilfegruppen, beklagt insbesondere eine mangelnde Einbeziehung im Vorfeld. "In Düsseldorf gibt es von der Stadt eingerichtete Runde Tische und Selbsthilfegruppen, die sich mit dem Thema ,Düsseldorf barrierefrei erleben' ernsthaft befassen und aus eigener Erfahrung berichten können", so Hillmann. Aber immer wieder erlebe er, dass diese Gremien nicht einmal angefragt werden. "Schade um die schöne Designerarbeit. Aber auch schade um die schönen unnütz ausgegeben Kunden- und Steuergelder."

Im "Übergangszustand" befinden sich noch die Haltstellen Brunnenstraße und Aachener Straße. Dort wurden die Fahrpläne noch nicht getauscht. "Das werden sich die Kollegen am Dienstag angucken, ob das vergessen wurde oder Absicht ist", sagt Schuster und bittet um Verständnis für die überlasteten Kollegen. Die beiden Ersatzhaltstellen sollen im Juni wieder an ihre alte Position "Bilk-S" vor die Arcaden zurückziehen. 

Gewöhnung an neue Verbindungen

An den Bahnsteigen der Haltestelle Heinrich-Heine-Allee gaben am Montag Rheinbahn-Mitarbeiter Auskunft und verteilten Fahrpläne. Die Meinungen über das neue Netz gingen auseinander. "Ein großer Mist ist das", sagte ein Fahrgast, der sich beeilte, seine Bahn zu bekommen. "Jetzt muss man sich wieder auf alles neu einstellen." Larissa Browa bedauerte den Wegfall der Linie 708 zum Hauptbahnhof. "Wir fahren vor allem am Wochenende zum Hauptbahnhof, um mit der Bahn Familie und Freunde zu besuchen. Von der Haltestelle Hansaplatz benötigten wir am Sonntag 40 Minuten statt bisher 18 Minuten, da man umsteigen musste. Unseren Zug hatten wir somit verpasst."

Solveig Müller hingegen ist zufrieden. Vom Brehmplatz aus ist sie mit der Linie 706 bis nach Pempelfort gefahren, von dort aus mit der 707 in die Innenstadt. "Das war kein Problem. Alles ist gut ausgeschildert." Rudolf Schieffer schaute sich noch etwas suchend um. "Ich wollte wie gewohnt an der Heinrich-Heine-Allee in die Straßenbahn nach Bilk steigen." Schieffer kam für eine Sitzung aus Bonn. "Das neue System ist eindeutig ein Gewinn. So ist man schneller und muss auch nicht im Regen auf die Bahn warten."

(irz)
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