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Düsseldorf
Weihnachten wird edel

Düsseldorf: Weihnachten wird edel
Bilk bleibt in der Familie: Cordula Steinhoff mit Tochter Marie, Stefanie Berns mit Tochter Julia. FOTO: Endermann Andreas
Düsseldorf. Vor dem Weihnachtsfest steht für viele Menschen ein Besuch der Gartencenter an. Ein Grenzgang mit Kitsch, Kaffee und Kommerz. Von Torsten Thissen (Text) und Andreas Endermann (Fotos)

Der Chef des Bilker Gartencenters, Chris Korfmacher, macht Adventskränze im Akkord und sagt, dass Weihnachten in diesem Jahr für viele Düsseldorfer offenbar etwas überraschend kommt. "Die Leute gucken schon etwas irritiert, wenn ich ihnen sage, dass nächste Woche bereits der erste Advent ist." Vielen sei die zeitliche Nähe zum Fest noch gar nicht bewusst. Was ein wenig gegen Korfmachers These spricht, ist, dass sein Laden an diesem Sonntagmorgen brechend voll ist. Die Leute kommen und schauen und kaufen. Und beschränken sich nicht auf ein paar Weihnachtssterne.

Mütze auf: So wird in Meerbusch aus einem Baum ein Weihnachtsgesteck. FOTO: Endermann Andreas

Kränze, Kugeln, Lichterketten und alles, was auch nur entfernt danach aussieht, als könnte man ein Teelicht hineinstellen, wandert in die Körbe. Doch wer nun meint, Weihnachten kommerzialisiere jedes Jahr mehr und sich abwendet, der hat noch nicht mit Julia und Marie gesprochen. Zwei Freundinnen, zehn Jahre, die sich Weihnachtsschmuck für den Baum aussuchen. Ihr Wunsch zu Weihnachten: "Schnee, Kakao und Schlittschuhlaufen und nett mit der Familie zusammensein." Maries Mutter, Cordula Steinhoff, sagt, dass sie sich auf das Fest freue, weil man Zeit miteinander verbringen könne. Und für Julias Mutter, Stefanie Berns, gehört eben auch das Schmücken dazu. Nun ist das Bilker Gartencenter familiär, doch auch hier sind die Trends des Festes zu sehen. Es wird edel: Silber, Kupfer, Gold und geht weg vom Klassischen, sagt Korfmacher. Allerdings gehen Rot und Weiß natürlich immer noch, fügt er hinzu.

Das wiederum bestätigt sich auch in Bogies Pflanzenwelt in Meerbusch, wo viele Düsseldorfer an diesem Sonntag ihren Adventskranz kaufen. Ursel Schmitz zum Beispiel hat gleich drei mitgenommen, für sich, ihre Tochter und ihren Sohn. "Eigentlich soll ich das ja nicht machen", sagt sie, die Kinder seien nicht so dekorationsfreudig. Aber es habe auch eine gewisse Tradition gegen ihr Gebot zu verstoßen. Und so wandert der Klassiker (rote Kerzen, Tannenzapfen und Walnüsse) dreimal in den Korb. Frau Schmitz kann auch nicht auf drei Windlichter verzichten. Und sie braucht noch eine Lichterkette, "mit den kleinen Birnen". Auch bei Bogies geht es edel zu, Silber, Gold und Weiß, sowohl in den Gestecken als auch bei den Figürchen darf es glitzern, besonders häufig sind Hirsche, beklebt mit reflektierenden, einfarbigen Pailletten. Besonders die Kränze und Gestecke machen hier viel her.

Bei Schleys Blumencenter in Mettmann können sich die Düsseldorfer den Glitter zu Fest besorgen. FOTO: Endermann Andreas

Einen anderen Schwerpunkt legt der Weihnachtsmarkt im Blumencenter Schley in Mettmann. Das Deko-Kaufen wird hier zum Event, inklusive Kaffeetrinken und Kuchenessen. Besinnlich ist das natürlich nicht, doch die LED-leuchtende Version des Festes kommt sehr gut an bei den Menschen. So gut, dass bereits mittags die Polizei einschreiten muss, um den Verkehr an der Bergischen Landstraße zu regeln, denn der Parkplatz des Gartencenters reicht nicht aus.

Drinnen immerhin ist die Stimmung gut. Ein Trend hier sind kleine elektrisch beleuchtete Häuser, Karussells und Winterszenen, die zusammen eine Miniatur-Weihnachtslandschaft bilden, sehr kitschig, sehr amerikanisch - die Kinder können sich nicht sattsehen. Es wird viel geblinkt, es glitzert an jeder Ecke und man verfährt nach dem Motto, dass man gar nicht genug Plastikschnee haben kann. Weihnachten ist halt die Diva unter den Festen.

Quelle: RP
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