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Düsseldorf
Wein im Kino und von zu Hause

Düsseldorf. Rund um die Weinmesse gibt es in diesen Tagen rund 60 besondere Abende in der Stadt: in Restaurants, Bars und an Orten, die extra dafür geschaffen wurden. Von Tino Hermanns

Immer wieder mussten Eduardo Ramani und Wolfgang Müller lächeln. "Wenn man, nachdem man den Film gesehen hat, einen Wein trinkt, kommen einem Bilder aus dem Film in den Sinn", erläuterte Müller. Er, ein Düsseldorfer, hatte gemeinsam mit seiner Frau und seinen Freunden aus Remscheid die "ProWein goes City"-Premiere im "Cinema" besucht. Die Bilder im Kopf waren aus dem Film "Sideways". Es ist eine Charakter-Komödie über zwei gegensätzliche Freunde auf einer Reise durch das kalifornische Weinland.

Kein Wunder also, dass "Cinema"-Betreiber Kalle Somnitz "Sideways" als Auftaktfilm zu "KinoVino", dem cineastischen Programmpunkt von "ProWein goes City" auswählte. Die Weingüter Daniel Mattern, Tina Pfaffmann und La Croix Belle stellten einige ihrer Tropfen vor. Darunter ein Sekt aus Grünem Veltliner. "Wir haben insgesamt 16 Weine mitgebracht, die die Kinobesucher verkosten können", erläuterte Christiane Oxenfort von den Weinfreunden Düsseldorf. "Ich hätte mir allerdings ein paar Besucher mehr gewünscht." So war es beim ersten Versuch, die Messe "ProWein" im Kino zu etablieren, vergleichsweise übersichtlich. "Das hat aber den Vorteil, das man individuell beraten kann", so Oxenfort.

Proppevoll war es hingegen in der PopUp-Weinbar im Bernstein & Inbar an der Lorettostraße. Die "Verfluchten Oexleratten", Denis Eichner und Tomas Caetano, hatten im Internet für ihr Event geworben. Offensichtlich mit Erfolg. Wohl auch, weil sie völlig unverkrampft und ohne den erhobenen Zeigefinger ans Thema Wein herangehen. "Wir möchten Wein demokratisieren, entmystifizieren. Wein ist nicht elitär, sondern auch etwas für junge Leute", so Caetano. Zur "vollen Bude" trug nicht nur die gewaltige Auswahl - die Oexleratten boten 138 Weine - an, sondern auch der freie Eintritt und die "Küchenparty-Atmosphäre" bei.

Auf Atmosphäre setzten auch "Accolade Wines" aus Australien. Das Wein-Unternehmen vertritt mehr als 50 Hersteller aus Australien, Neuseeland, Afrika, Europa, Süd- und Nordeuropa. "Wir waren schon im Dezember in Düsseldorf und haben nach einer Location für unseren Händlerabend gesucht. Dabei haben wir uns sofort in die Seifenfabrik verliebt", sagt Accolade-Marketing-Direktor Paul Hillier. So saß die 40-köpfige internationale Delegation an elegant eingedeckten Tischen im rustikalen Industrieambiente. Selbstverständlich kamen nur Weine aus dem eigenen Angebot auf den Tisch. Accolade kam dafür das Prinzip der Seifenfabrik "Bring your own bottle" (Bringen Sie Ihre eigene Flasche mit) gerade recht. "Ich bin seit der Pro-Wein-Premiere Anfang der 1990er Jahre fast jedes Jahr hier gewesen. Die Entwicklung ist phänomenal. Viele andere Weinmessen stagnieren, in Düsseldorf geht es weiter aufwärts", urteilt Bill Hardy. Er ist in Australien in der fünften Generation mit Weinherstellung beschäftigt. Das prägt. Doch er und seine Kollegen können auch über den Rand des Weinglases blicken. Gestern Abend waren Hardy, Hillier und ihre Winzer im Uerige.

An drei Stationen von "ProWein goes city" genossen Gewinner der Verlosung unserer Redaktion besondere Abende: Brigitte Haumann und ihre Schwester Annegret Keens besuchten den Südafrika-Abend im Hotel "me and all". "Wir haben viel gelernt über Weinanbau in Südafrika. Und dazu konnten wir den tollen Blick aus dem elften Stock über die Dächer von Düsseldorf genießen." Claudia Hosten war mit Begleitung bei der Party mit den großen Flaschen im Boui Boui Bilk zu Gast, Gottfried Sasgen erlebte einen italienischen Abend im Lettinis.

Bis morgen gibt es noch 28 Veranstaltungen von "ProWein goes city".

Quelle: RP
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