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Düsseldorf
Weiter Streit um Lärm am Südring

Düsseldorf: Weiter Streit um Lärm am Südring
Auf dem stark belasteten Südring gilt Tempo 50. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Eine der meist frequentierten Straßen in Düsseldorf ist der Südring - darunter leiden viele Anwohner. Um dem Lärm entgegenzuwirken, plant die Stadt, 500 Meter Flüsterasphalt zu verlegen. Das geht Ute Groth aber nicht weit genug.

"Was soll das bringen? Die vielen Lkw, die die Straße befahren, machen die Fahrbahn kaputt. Außerdem kommt der neue Asphalt nur auf eine Fahrbahnseite." Das macht keinen Sinn, findet Groth. Ständige Erneuerungen wären ihrer Meinung nach die Folge. Sie fordert eine Reduzierung des Schwerlastverkehrs und mehr Geschwindigkeitskontrollen.

Ein Ansatz der Stadt zur Reduzierung des Lärmpegels ist die Einschränkung des Tempolimits von 60 auf 50 Stundenkilometer im Rahmen einer zwölfmonatigen Testphase. "Diese sollte man dann auch abwarten, bevor weitere Schnellschüsse erfolgen", sagt Groth und verweist auf den Flüsterasphalt. Darüber beschwert sich auch die Kooperationsgemeinschaft Staufreier Südring in einem offenen Brief an die Mitglieder des Ordnungs- und Verkehrsausschusses.

Darin ist von einer "mängelträchtigen Erprobungsphase" die Rede. Das liege zum einen daran, dass die Stadt die Testphase "nur für ein Teilstück des Südrings vorbereite", und zum anderen, dass die "Lichtsignalanlagen im Streckenabschnitt mit 50 km/h, immer noch auf die zuvor zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h programmiert" sind.

Volker Paulat, Stadtsprecher, versteht den Aufruhr nicht. "Es hat sich herausgestellt, dass der Asphalt zwingend erneuert werden muss", erklärt er, "also warum sollten wir bei so einer frequentierten Straße auf den lärmoptimierten Asphalt verzichten?" Beide Methoden zur Lärmverringerung könnten koexistieren. "Das eine schließt das andere nicht aus." Die Straße sei nun einmal stark befahren und müsse regelmäßig erneuert werden, erklärt Paulat. "Zunächst gibt es durch die Bauarbeiten zwar etwas mehr Lärm, aber man muss das langfristig sehen. Dann bewirkt der Asphalt eine Reduzierung des Lärms."

Die Arbeiten sollen in Kürze auf einer Länge von rund 500 Metern erfolgen. Die Kosten für den Umbau betragen 265.000 Euro. "Für 2018 ist dann geplant, den stadtauswärts führenden Straßenabschnitt des Südrings - von Kinkel- bis Aachener Straße - lärmtechnisch zu optimieren", erklärt Paulat.

Für alle Arbeiten stellt das Umweltamt die Mittel bereit. "Es handelt sich bei den beiden genannten Abschnitten um die am stärksten durch Lärm betroffenen Gegenden." Andere Abschnitte sollen folgen, sind aber erst einmal zurückgesetzt.

(se)
 
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