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Elbsee in Düsseldorf
Wellness-Center: Stege abgelehnt

Elbsee in Düsseldorf: Wellness-Center: Stege abgelehnt
Eine Animation zeigt das geplante Wellness-Center, dessen Schwimmbecken keine Verbindung zum See hat. Die Stege mit den Hütten (im Hintergrund) liegen im See - sie wurden jetzt abgelehnt. FOTO: IDR
Düsseldorf. Die geplante Erholungs-Oase am Elbsee darf nicht über das Wasser ausgedehnt werden. Das verbietet der gültige Landschaftsplan, hat die Verwaltung festgestellt. Er müsste für das Bauvorhaben geändert werden. Naturschutzverbände sprechen sich dagegen aus. Die Eröffnung verzögert sich. Von Michael Brockerhoff

In kleinen Häusern und auf lauschigen Plätzen auf Stegen direkt über den Fluten des Elbsees die Natur genießen und sich erholen - dieses Angebot des geplanten Wellness-Centers wird sich nur sehr schwer verwirklichen lassen. "Der gültige Landschaftsplan lässt Steg-Anlagen, die in den See hineinreichen, nicht zu", sagte Umweltdezernentin Helga Stulgies auf Anfrage der RP. Um den Bau der Stege vor dem Wellness-Center auf dem Festland zu ermöglichen, müsse der Landschaftsplan geändert werden. Und das sei ein langwieriges Verfahren.

Unberührt von diesen Schwierigkeiten ist der Kern des Wellness-Centers mit seinen Gebäuden auf dem Landstreifen am Ufer. Dafür wurde ein Bebauungsplan aufgestellt, der höchstwahrscheinlich rechtskräftig wird, so Stulgies. Dieser Bebauungsplan umfasst aber nicht die Steg-Anlagen auf dem Wasser. Und so gab es Schwierigkeiten, als der Investor seine Absichten genehmigen lassen wollte. "Die Stege mit den Häusern haben das Flair von asiatischen Erholungszentren am Wasser und heben daher das Wellness-Center am Elbsee von anderen in der Region ab", sagte Stephan Theune der RP. Doch Stege sind auf dem Elbsee nicht erwünscht, damit die Tiere im Landschafts- und Naturschutzgebiet nicht gestört werden. Ausnahmegenehmigungen sind allerdings möglich, wenn ein öffentliches Interesse vorliegt. Im Landschaftsbeirat wurden bereits Auflagen diskutiert, mit denen verhindert werden soll, die Wassertiere zu vergraulen. So sollte beispielsweise die Beleuchtung auf den Häusern so eingestellt werden, dass es auf dem Wasser keine Blendwirkung geben kann.

Aber bei Prüfung des Bauantrags, den Theune eigens für die Stege gestellt hatte, sieht die Verwaltung jetzt keine Möglichkeit für eine Ausnahmegenehmigung. "Es liegt beim Wellnes-Center kein überwiegend öffentliches Interesse vor, das Bedingung für eine Ausnahme ist", sagte Stulgies. Anders als bei den Stegen des Segelclubs. Die Angebote eines Sportvereins seien im Interesse der Öffentlichkeit.

Die Naturschutzverbände begrüßen diese Entwicklung. "Die Auflagen zum Schutz der Tiere waren aus unserer Sicht nicht ideal", sagt Günther Steinert, Vorsitzender des Düsseldorfer Nabu. Ein Wellness-Center und Naturschutz würden sich nur schwer vertragen. "Der Elbsee als Rückzugsgebiet seltener Tiere und Pflanzen muss möglichst umfassend geschützt werden", erklärt Michael Süßer, Vorsitzender des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (Bund). Wenn der Landschaftsplan für die Steg-Anlage geändert werden sollte, werde sich der Bund dagegen aussprechen.

Von der Entwicklung ist Theune enttäuscht. "Der Bau der Wellness-Anlage wird erschwert, eine Eröffnung verzögert sich leider noch mehr", sagte er. Wie das Wellness-Center letztlich aussehen könne und ob es dem gewünschten Konzept noch entsprechen könne, will er in Ruhe prüfen.

 
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