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Düsseldorf
Weltmeisterschaft der Blechbläser

Düsseldorf: Weltmeisterschaft der Blechbläser
Diese Tuba hat Fedor Shagov (mit Frau Karina) vor sechs Jahren bei einem Musikwettbewerb gewonnen. FOTO: Young David
Düsseldorf. Der Aeolus-Wettbewerb in Düsseldorf ist wie eine Weltmeisterschaft für Nachwuchs-Musiker. Eine Begegnung mit Tuba-Spieler und Teilnehmer Fedor Shagov. Von Sven-André Dreyer

Fedor Shagov (26) tupft nach dem Frühstück in einem Hotel am Spichernplatz mit einer Serviette vorsichtig über seine geröteten Lippen. Auf die muss er in den kommenden Tagen ganz besonders Acht geben, die sind sein Kapital.

Dass seine Lippen nicht nur gerötet, sondern auch etwas geschwollen sind, liege einerseits an der ungewöhnlichen Hitze in der Stadt, sagt der russische Musiker. Andererseits aber hat er am gestrigen Tag noch ausgiebig die "Piccolo Suite" und das "Tuba Concerto" geübt, die Stücke, die der russische Tubist in der dritten Runde des Aeolus Bläserwettbewerbs einer Jury an der Robert-Schumann-Hochschule vorstellen darf.

Der gehören unter Leitung von Pavel Baleff, Chefdirigent der Philharmonie Baden-Baden, in diesem Jahr auch Musiker wie Posaunist Christian Lindberg und Trompeter Klaus Schuhwerk an. Und weil zu dem aktuellen Wettbewerb auch Tubisten geladen sind, bewerten zwei weltweit anerkannte Vertreter dieses Instruments, Jens Björn-Larsen und Roger Bobo, die hochbegabten Musiker, die sich dem internationalen Contest stellen.

Im Zentrum der Hochbegabten-Förderung der Sieghardt Rometsch Stiftung, Ausrichter des zum elften Mal stattfindenden Wettbewerbs, steht das Bemühen, einen Beitrag zur ausgewogenen Balance zwischen wissenschaftlicher Kenntnis und künstlerischer Interpretation zu leisten.

"Dieser Wettbewerb ist der renommierteste in ganz Europa", sagt Shagov, "vielleicht sogar der Welt." Vergleichbar sei der Aeolus Bläserwettbewerb wohl mit einer Fußballweltmeisterschaft. "Und ich bin sehr stolz, dabei sein zu dürfen." In diesem Jahr haben sich 182 Musiker aus 37 Ländern angemeldet, darunter 84 Trompeter, 67 Posaunisten und 31 Musiker mit der Tuba.

Die Bläser kommen aus Deutschland und Spanien, aus Ungarn, den USA und Italien. Und eben auch aus Russland: Gemeinsam mit seiner Frau, der Pianistin Karina Shagova (26), die er an der Musikhochschule in Moskau kennengelernt hat, absolvierte Shagov in dieser Woche bereits zwei von insgesamt vier Auswahlrunden erfolgreich.

Nun konnte sich der Tubist neben zwei weiteren Musikern auch für das Halbfinale qualifizieren. Das findet heute ab 10 Uhr statt. Mit einem halbstündigen Programm tritt das Duo dann erneut an, um die Jury von seinem Können zu überzeugen. "Rund ein halbes Jahr haben wir uns auf diesen Wettbewerb vorbereitet", erzählt Karina Shagova, "allein vier Monate lang haben wir die Stücke des Pflichtprogramms geübt."

Weitere zwei Monate spielte Shagov Konzerte, um die Nervosität, live vor Publikum zu spielen, in den Griff zu bekommen, um eine gewisse Routine zu entwickeln. Die ist notwendig, um den Stress während des Wettbewerbs möglichst gering zu halten.

Aber auch Ruhephasen seien immer wieder notwendig, erklärt Simona Gjorceva vom Wettbewerbsbüro Aeolus. "Während viele der Musiker in Hotels wohnen, kommen einige von ihnen auch bei Freunden oder Gastfamilien in der Stadt unter."

Von der hätten Shagov und seine Frau übrigens bislang nur wenig gesehen. "Wir waren einmal im Hofgarten spazieren, pendeln aber sonst nur zwischen dem Hotel und der Musikhochschule", sagt Shagova. "Aber ein Besuch der Altstadt wird wohl in dieser Woche noch drin sein."

Quelle: RP
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