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Düsseldorf
Weniger Fünftklässler als erwartet

Düsseldorf. Die Prognosen für die Schülerzahlen sind zu hoch. Die Zahl der tatsächlichen Anmeldungen für die fünften Klassen liegt darunter. Für das Rathaus kein Grund, auf aktuelle Schulbauprojekte wie das Gymnasium Schmiedestraße zu verzichten. Von Jörg Janssen

Der Schülerzahlen in Düsseldorf steigen weniger stark als die Prognosen des Rathauses nahe legen. Dabei ist die Abweichung erheblich. So zeigen aktuelle Zahlen von Ende März, dass 4092 Schüler an den weiterführenden Schulen für den Besuch der fünften Klassen ab August angemeldet wurden. Die Prognose für den vierten Schulentwicklungsplan geht dagegen von rund 4450 Schülern aus. Ähnlich sieht es für das vergangene Jahr aus. Wie Stadtdirektor Burkhard Hintzsche im Schulausschuss erläuterte, hatte die Fünft-Klässler-Prognose seinerzeit bei 4380 Jungen und Mädchen gelegen. Zum Stichtag 23. Februar 2015 seien aber nur 4118 Schüler angemeldet gewesen.

Für Hintzsche bewegt sich die Differenz "innerhalb der üblichen Bandbreiten". Bis zum Schuljahresbeginn würden sich die Zahlen weiter angleichen, vermutet er. Allerdings geht auch er davon aus, "dass die Prognosezahlen für das kommende Schuljahr in der Gesamtsumme leicht über den tatsächlichen Zahlen liegen werden."

Pavle Madzirov, Schulexperte der oppositionellen CDU, schätzt die Dimension anders ein. 350 Schüler weniger als erwartet, das sei keine Kleinigkeit. Immerhin gehe es umgerechnet um mehr als ein Dutzend Schulklassen und eine entsprechende Anzahl von Räumen. Der Fehlstart an der Schmiedestraße, wo das neue städtische Gymnasium mangels Anmeldungen vorerst nicht zustande kam, zeige, "wie wichtig verlässliche Zahlen und Einschätzungen sind". So etwas dürfe "nicht noch einmal passieren, vor allem, weil jene 26 Elternpaare, die bis zu letzt glaubten, ihr Kind an der Schmiedestraße gut untergebracht zu haben, plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt wurden und kaum Wahlmöglichkeiten hatten."

Bislang sagt die Stadt in ihren Prognosen voraus, dass die Schülerzahl bis zum Jahr 2020/21 um weitere 6500 zulegt. Zum Vergleich: Aktuell gehen rund 49.000 Jungen und Mädchen auf eine Düsseldorfer Schule (ohne Berufs- und Weiterbildungskollegs). Selbst wenn diese Zahl etwas niedriger ausfalle, ändere sich nichts am erwarteten Raumbedarf sowie an den laufenden Ausbauprogrammen, meint Schuldezernent Hintzsche. "Mit den aktuellen Paketen zum Schulaus- und Schulneubau wird der errechnete Bedarf erstmal nur zu 50 Prozent gedeckt. Da muss nichts auf Eis gelegt werden", meint er.

Genauso sieht das Grünen-Schulexperte Wolfgang Scheffler. Er frage sich, ob sich die Prognose zum künftigen Raumbedarf nicht sogar am unteren Rand des Notwendigen bewege. "Mit Blick auf die in Düsseldorf besonders großen Klassen mit 30 und mehr Schülern sind wir schon jetzt an der Grenze der Aufnahmekapazitäten", sagt der Vorsitzende des Schulausschusses. Niemand solle davon ausgehen, dass bereits berechnete Raumbedarfe nach unten korrigiert werden könnten. Zweifel am Standort Schmiedestraße in Oberbilk für das 18. städtische Gymnasium hat Scheffler ebenfalls nicht. Bei der Tatsache des verschobenen Starts hätten auch Entscheidungen der Bezirksregierung eine Rolle gespielt. "Wir haben hier nun mal nicht in allem die Federführung."

Eine Einschätzung, die Pavle Madzirov nicht gelten lassen will. "Dafür, dass es nur 26 statt der benötigten 75 Anmeldungen gab, ist sicher nicht die Bezirksregierung verantwortlich."

Quelle: RP
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