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Düsseldorf
Weniger Wohnungen auf Kloster-Areal?

Düsseldorf: Weniger Wohnungen auf Kloster-Areal?
An der Ecke Oststraße (l.) und Immermannstraße ist ein 50 Meter hohes Gebäude vorgesehen, es soll die Türme der Marienkirche nicht überragen. FOTO: Pandion/ STADT
Düsseldorf. Nach dem Auszug der Franziskaner aus dem Kloster an der Oststraße soll dort ein Wohnkomplex mit 170 Einheiten und einem Hochhaus an der Ecke zur Immermannstraße entstehen. Doch das Hochhaus ist wohl nicht fürs Wohnen geeignet. Von Denisa Richters

An einem zentralen Punkt der Düsseldorfer Innenstadt werden womöglich doch weniger Wohnungen entstehen als bisher geplant: Bei dem Neubauprojekt, das auf dem fast 20.000 Quadratmeter großen Gelände des heutigen Franziskanerklosters vorgesehen ist, sollen zumindest bei einem Teil der Fläche die Lärmwerte so hoch liegen, dass eine Wohnnutzung dafür nicht in Frage kommt. Betroffen ist ein etwa 50 Meter hohes Gebäude, das im Siegerentwurf des Kölner Büros Römer Partner Architektur an der Ecke Oststraße/ Immermannstraße vorgesehen ist. In weiteren fünfgeschossigen Gebäuden ist - zumindest in den oberen Etagen - auch weiterhin Wohnnutzung vorgesehen. Das Thema wird heute auch den Planungsausschuss beschäftigen, denn die Grünen und die CDU haben Anfragen dazu gestellt. "Wir fühlen uns von der Stadtverwaltung schlecht beraten", sagt Astrid Wiesendorf (Grüne). Denn man habe einem so hohen Gebäude an dieser Stelle nur zugestimmt, um mehr Wohnraum in der Innenstadt zu schaffen. "Wenn es stimmt, dass die Lärmbelastung zu hoch für Wohnnutzung ist, hätte man da klar drüber reden müssen."

Die Stadtverwaltung wollte sich auf Anfrage unserer Redaktion offiziell nicht dazu äußern, verwies auf die heutige Sitzung. Inoffiziell ist aber zu hören, dass es noch offen sei, ob Wohnen auch in dem hohen Gebäude realisiert werden könnte. Da das Verfahren noch laufe, habe die Politik noch die Möglichkeit Einfluss zu nehmen, heißt es. In dem Ausschreibungstext zum Gutachterverfahren sei jedenfalls für das Hochhaus keine konkrete Nutzung vorgegeben, dies habe die Politik seinerzeit auch nicht beanstandet.

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Wiesendorf sieht das anders: "Es war schon beim Gutachterverfahren klar, dass wir dort Wohnen wollen." Sie kann nicht verstehen, dass die Lärmbelastung an dieser Stelle als zu hoch für Wohnnutzung eingestuft wird, aber bei einem anderen Bauprojekt an der Oberbilker Allee trotz Überschreitung der Immissionswerte Wohnen für möglich gehalten wird. Auch Alexander Fils (CDU), Vorsitzender des Planungsausschusses, zeigt sich verwundert: "Ziel war es, an diesem innerstädtischen Standort neuen Wohnraum zusammen mit kleinteiligen gewerblichen Nutzungen zu verwirklichen." Der Siegerentwurf habe folgerichtig vorgesehen, das Gelände größtenteils für Wohnen zu nutzen. Fils fragt nach, ob denkbar wäre, das mit dem Einsatz von Lärmschutzfenstern dennoch zu verwirklichen.

Investor des Projekts ist die Pandion AG aus Köln, die in Düsseldorf auch bei dem Wohngebiet auf dem Areal der früheren Reitzensteinkaserne aktiv war, die Wohnbebauung auf dem Gelände des früheren Oberkasseler Bahnhofs entwickelt hat und auf dem des ehemaligen Derendorfer Güterbahnhofs zwei Wohntürme realisiert. Zum Franziskanerkloster ist auf der Homepage des Unternehmens nach wie vor von 170 Wohnungen zu lesen, allerdings von Eigentumswohnungen. Bei einer Diskussion mit Bürgern hatten städtische Planer versichert, dass - dem Handlungskonzept der Stadt entsprechend - 20 Prozent preisgedämpfter (bis zehn Euro) und 20 Prozent sozial geförderter Wohnraum entstehen soll.

Die Pendler-Ströme in der Region nach Städten FOTO: dpa, Stephan Jansen

Wiesendorf vermutet, dass der Investor im Hochhaus mehr Gewerbenutzung möchte: "Die Nachfrage steigt in der Innenstadt wieder."

Quelle: RP
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