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Kolumne Auf Ein Wort
Wenn die Liebe endet

Düsseldorf. Wenn Paare sich trennen, geraten sie oft in eine existenzielle Lebenskrise. Das gemeinsame Leben als Liebespaar endet, Träume platzen. Im Ringen um eine gemeinsame Perspektive verlassen einen oder beide Partner die Kräfte. Abschiednehmen kann noch nicht gelingen und der Neubeginn liegt noch in weiter Ferne.

Vor allem der Verlassene befindet sich im Zustand des Schocks. Er will reden, zusammenhalten und kämpfen für die gemeinsame Zukunft. Er kann sich ein Leben ohne den anderen nicht vorstellen und will das Ende nicht wahrhaben. Die Ambivalenzen 'Bleiben oder Gehen', oft über Jahre empfunden, haben sich beim Anderen zum Gehen hin verschoben. Er kann nicht mehr, will weg, entwickelt Pläne, oft schon mit neuem Partner.

Angst, Wut, Trauer, Scham und Schuld bewegen beide. Sprachlosigkeit blockiert sie. Vor allem das Gefühl gescheitert zu sein, verunsichert massiv den Selbstwert. In diesen Augenblicken bieten wir den Paaren Halt an. Wir entschleunigen, in dem wir jeden mit seinem Anliegen würdigen, annehmen ohne Vorbehalte, jeden mit seinem Tempo wertschätzen. Wir begleiten durch die aktuellen Aufgaben, die anstehen: Was sagen wir unseren Kindern? Wo wird jeder wohnen oder wie viel Geld wird mir bleiben? Wen weihen wir wann ein: Verwandte, Freunde?

Gerade wenn Kinder betroffen sind, besprechen wir mit dem Paar, was wichtig ist, diesen mitzuteilen: Wir trennen uns als Paar, aber wir bleiben eure Eltern. Ihr seid nicht schuld. Wenn einer von uns traurig ist, braucht ihr uns nicht zu trösten. Wir suchen uns Hilfe.

Wir Eheberater wenden uns Menschen zu, die sich in Brüchen befinden. Die Bibel handelt von Menschen in Umbrüchen. Umbrüche werden als ein "offener Ort" auf Gott hin überliefert, an dem die Menschen Hoffnung schöpfen können, zu mehr Selbstannahme und Selbstwertgefühl zu gelangen.

Die Bibel handelt ebenso von dem Wunsch nach Treue, aber auch der Realität der Brüche der Beziehungen und Bindungen. Wir ermutigen die Menschen diese Ambivalenz anzunehmen und nach neuen, erfüllenden Wegen zu suchen.

Quelle: RP
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