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Düsseldorf
Wenn Männer bei der Weihnachtsdeko mitreden wollen

Düsseldorf: Wenn Männer bei der Weihnachtsdeko mitreden wollen
Markus Plüm und Sabine Kricke haben Paare in der Innenstadt beim Deko-Einkauf belauscht und dabei spannende Erkenntnisse gewonnen. FOTO: Bauer
Düsseldorf. Früher war genug Lametta - oder? Wenn es um die Weihnachtsdeko geht, haben meist die Frauen das Sagen. Interessant wird es dann, wenn die Männer mitreden wollen. Von Sabine Kricke und Markus Plüm

Bei vielen steigt in der Weihnachtszeit das Bedürfnis nach Besinnlichkeit und Harmonie. Sobald es aber um das Thema "Weihnachtsdekoration" geht, steigt das Potenzial für Beziehungsstreitigkeiten. Unsere Reporter haben sich in den Deko-Geschäften der Innenstadt einmal umgehört und waren sich selbst nicht ganz einig.

Markus: Da hinten steht ein Paar beim Geschenkpapier. Die scheinen zu diskutieren.

Sabine: Mein Gott, das ist doch kein Geschenkpapier, das sind Tischdecken.

Die Gesichter der Weihnachtsmärkte FOTO: Anne Orthen

Markus: Die sind dann aber ganz schön hässlich. Und so wie er guckt, ist er derselben Meinung.

Situationen wie solche erlebt man dieser Tage vermutlich im Minutentakt in Düsseldorfs Fußgängerzonen. Der Dame passt die Farbe nicht, dem Herrn glitzert es zu viel. Nerven liegen blank. Frei nach Loriot: Früher war genug Lametta.

Das findet auch Jürgen. Denn seine Marion versucht vergeblich, den Mittsechziger von einer weißen, mit Strasssteinen überzogenen Christbaumkugel zu überzeugen. Dafür lässt die adrette Frau das glitzernde Ungetüm vor Jürgens Nase hin und her kreisen. "Schau mal Jürgen, die ist doch schön", jauchzt sie. Der zeigt sich jedoch unbeeindruckt: "Marion, jetzt ist mal gut hier." Als Reporter Markus dem Herrn auffällig nickend zustimmt, fliegt unsere Tarnung auf. Jürgen fragt: "Furchtbar oder?"

Derweil bewundert Sabine das Objekt von Marions Begierde. "Ist doch eigentlich ganz schön." Spontane Bildung einer Pro-Glitzer-Allianz - Jürgen wird nervös. Wir beschließen, Jürgen und Marion ihre Dekorationsvorstellungen in Ruhe auf einen gemeinsamen Nenner bringen zu lassen und verlassen den Deko-Kriegsschauplatz hastig.

Ortswechsel: Ein paar Meter weiter steht der typische männliche Einkaufsbegleiter vor einem weiteren Dekoartikel-Geschäft. Innerhalb weniger Minuten blättert er mehrfach die ausgelegten Prospekte durch, als ob er den Inhalt auswendig lernen müsste. Vielleicht damit er auch etwas zu erzählen hat, sobald seine Werteste mit den Einkäufen heraus kommt. Wir beschließen, die beiden abzupassen und einmal nachzuhaken. "Ich war jetzt doch nur acht Minuten da drin", erklärt Frau Capito aus Ratingen.

"Na komm, zehn waren es schon", protestiert ihr Mann, fügt zu ihrer Ehrenrettung aber wohlwollend hinzu: "Aber ich hatte eigentlich auch etwas gesucht, bin aber nicht fündig geworden und deshalb schon mal nach draußen gegangen." Seine Frau konnte schließlich noch ein paar Kerzen für die Nichte ergattern. "Jetzt haben wir aber alles beisammen und genießen einfach nur noch das schöne Wetter."

Genau so wie Holger und Brigitte Dreifken. "Ich hatte heute einen Kundentermin in Düsseldorf und habe daher direkt meine Frau mitgenommen, damit wir noch etwas über den Weihnachtsmarkt schlendern können", erklärt der Langenfelder. Dabei seien beide auf die Idee gekommen, noch einmal auf Ideensuche für Weihnachtsgeschenke zu gehen. "Wir machen das eigentlich öfter. Hier findet man immer ganz schöne und nützliche Dinge." Große Uneinigkeit in Sachen Deko herrsche bei den beiden angeblich nicht. "Ansonsten wäre ich auch nicht 20 Minuten hier im Geschäft geblieben", sagt Dreifken mit einem Augenzwinkern.

Moment einmal: Ein Paar, dass sich in Sachen Dekoration einig ist? Nach drei geschlagenen Stunden in seiner persönlichen Deko-Hölle für Markus das Signal zum Aufbruch. Da hat er die Rechnung aber ohne Sabine gemacht: "Ich will nur nochmal kurz was gucken..."

Quelle: RP
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