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Analyse
Wer hat welche Chancen bei der Landtagswahl?

Das sind die Landtags-Kandidaten im Wahlkreis 40
Das sind die Landtags-Kandidaten im Wahlkreis 40 FOTO: Andreas Endermann (8), Hans-Jürgen Bauer (4), Andreas Bretz (4)
Düsseldorf. Bei CDU, SPD, Grünen und FDP steht nun fest, mit wem sie 2017 im Wahlkampf für das Landesparlament antreten. Dabei werden auch Parteien wie Linke und AfD eine Rolle spielen, deren Nominierungen ausstehen. Von Denisa Richters

Mit den Parteitagen am Mittwochabend haben nach Grünen und FDP auch CDU und SPD ihre Kandidaten für die Landtagswahl am 14. Mai 2017 gekürt. Bei Linkspartei, AfD und Piraten stehen das noch aus. Doch bereits jetzt lohnt sich ein Blick in die vier Düsseldorfer Wahlkreise und die bekannten Akteure.

Wahlkreis 40 (reicht von Stadtmitte bis Angermund) In diesem Wahlkreis befinden sich viele bürgerliche Viertel, weshalb er vor allem bei der CDU als relativ sicher galt - bis bei der Landtagswahl 2012 der NRW-weite Absturz kam. Auch in Düsseldorf holte die CDU mit 25,7 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis. Während Rechtsanwalt Olaf Lehne, der auch nächstes Jahr dort für die CDU antritt, bei der Landtagswahl 2010 noch 7887 Stimmen vor dem SPD-Kandidaten lag, holte der Sozialdemokrat Markus Herbert Weske 2012 den Wahlkreis direkt - mit 36,5 Prozent und 651 Stimmen Vorsprung. Das lag auch daran, dass die FDP nicht, wie zuvor üblich, empfohlen hatte, die Erststimme (für einen Direktkandidaten) der CDU zu geben, sondern um beide Stimmen für sich warb. Lehnes liberale Kontrahentin war Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Die FDP-Chefin braucht er diesmal nicht zu fürchten. Aber in Felix Droste, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Rheinische Post Mediengruppe, tritt ein starker Netzwerker an, der ebenfalls um beide Stimmen werben will. Auch die AfD könnte Lehne gefährlich werden, wobei er sich in der Flüchtlingsfrage konservativ positioniert. Der SPD-Kandidat Weske kann sich also gut als Alternative anbieten. Womöglich bekommt er auch eine Erststimmenempfehlung von der Kandidatin der Grünen, Astrid Wiesendorf.

Das sind die Landtags-Kandidaten im Wahlkreis 41 FOTO: Endermann Andreas

Wahlkreis 41 (reicht von Flingern bis Hubbelrath) Hier dürfte es spannend werden, weil bei CDU und SPD zwei neue Kandidaten antreten, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Christdemokrat Marco Schmitz, junger Familienvater und Verwaltungsdirektor beim Deutschen Städtetag, tritt gegen Martin Volkenrath an, ein Urgestein der SPD, Polizeigewerkschafter und seit 17 Jahren Ratsherr. Die politische Erfahrung und seine Bekanntheit könnte Volkenrath einen Punktvorteil bringen. 2012 hatte die SPD den Wahlkreis direkt geholt, zwei Jahre zuvor die CDU. Bei den Grünen ist Monika Düker gesetzt, die frühere Landeschefin der Grünen ist seit 2002 im Landtag, gilt als exzellente Innenexpertin und wird mit Sicherheit über die Liste einziehen. Für die FDP tritt Sönke Willms-Heyng erstmals an. Der Gerresheimer ist politisch sehr rege und gut vernetzt, könnte den CDU-Kandidaten Schmitz ebenfalls Stimmen kosten. Vieles hängt auch davon ab, wie stark die AfD hier sein wird.

Das sind die Landtags-Kandidaten im Wahlkreis 42 FOTO: Endermann Andreas

Wahlkreis 42 (von Oberbilk bis ins Linksrheinische) Hier gibt's ein Duell der Frauen: Für die CDU tritt erstmals Angela Erwin an, Tochter des früheren Oberbürgermeisters und Vize-Parteichefin. Sie kann im Linksrheinischen punkten, auch in Friedrichstadt, wo sie 2014 Kommunalwahlkampf gemacht hat. Einfach wird es für sie nicht. Denn die Sozialdemokratin Marion Warden kann nicht nur politische Erfahrung bieten - sie kommt aus einer SPD-Familie, war Beigeordnete, holte 2012 den Wahlkreis direkt -, sondern ist im Linksrheinischen sehr präsent. Schwierig wird es für Erwin auch, weil die Grünen mit dem Landtagsabgeordneten Stefan Engstfeld einen starken, wohl über die Liste abgesicherten Kandidaten haben, der auch im urbanen CDU-Milieu ankommt. In Friedrichstadt/Unterbilk holten die Grünen bei der Ratswahl 2014 sogar ein Direktmandat. Dass Rainer Matheisen für die FDP antritt und nicht Mirko Rohloff, könnte sich als Vorteil für die CDU erweisen. Matheisen war früher in der SPD, gilt als sozialliberal, könnte also Warden Stimmen kosten.

Das sind die Landtags-Kandidaten im Wahlkreis 43 FOTO: Endermann Andreas

Wahlkreis 43 (Wersten bis Hellerhof) Auch in diesem Wahlkreis siegte 2012 die SPD mit Walburga Benninghaus, die erneut antritt - und in Peter Preuß auf ihren CDU-Gegenpart von damals trifft. Preuß sitzt seit 2005 im Landtag, kam bei der vorherigen Wahl über die Reserveliste rein. Als langjähriger Chef der CDA, des Arbeitnehmerflügels seiner Partei, kann er auch diesmal mit einem guten Listenplatz rechnen. Benninghaus ist im Süden nach wie vor gut vernetzt, hat also erneut Chancen auf das Direktmandat. Vieles hängt hier davon ab, wie AfD und Linke abschneiden. Mit dem Landtagsabgeordneten Martin-Sebastian Abel haben die Grünen einen starken Kandidaten, es ist aber nicht davon auszugehen, dass sein Listenplatz erneut ziehen wird. Die FDP hat hier mit Christine Rachner eine neue Kandidatin aufgestellt.

Quelle: RP
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