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Düsseldorfer Karneval
Wer wird neuer CC-Präsident?

Übersicht: Karnevalisten suchen neuen CC-Präsidenten
Übersicht: Karnevalisten suchen neuen CC-Präsidenten FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. CC-Präsident Josef Hinkel und Geschäftsführer Christoph Joußen werfen die Brocken hin, jetzt kommt es zum offenen Streit. Stefan Kleinehr und Dino Conti Mica weisen alle Vorwürfe zurück. Kleinehr: "Jetzt kein Interesse an dem Amt!" Von Hans Onkelbach und Uwe-Jens Ruhnau

Der Dachverband des Winterbrauchtums, das Comitee Düsseldorfer Carnevals (CC), ist in einer ernsthaften Krise. Nach dem Rücktritt des Präsidenten Josef Hinkel und seines Geschäftsführers Christoph Joußen stehen die Narren mit blutigen Pappnasen vor einem Scherbenhaufen und wissen offenbar nicht, wie es weitergehen soll. Dazu die Top-Fakten:

Der Rücktritt Während die beiden Ex-Chefs persönliche oder berufliche Gründe für ihren Schritt anführen, weiß mancher in der Szene, dass über Monate interner Streit mit den beiden Vorstandsmitgliedern Stefan Kleinehr (Literat) und Dino Conti Mica (Sicherheit und Organisation) die Stimmung vergiftete. Es herrscht Misstrauen vor. Die beiden jedoch bestätigen lediglich Meinungsverschiedenheiten. Vom Rücktritt des Führungs-Duos wurden die zwei überrascht, die gegen sie erhobenen Vorwürfe weisen sie als falsch zurück.

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Gründe und Eskalation Das Verhältnis von Dino Conti Mica zu Hinkel ist belastet. Als Hinkel 2011 Präsident wurde, war Conti Mica der designierte Geschäftsführer, er wurde vom damaligen CC-Manager Jürgen Rieck bereits eingearbeitet. Hinkel entschied sich dann aber für Joußen, weil er ihn für fähiger hielt. Conti Mica wird neben seinem immer wieder hochkochenden Temperament vorgeworfen, seine Arbeit als Sicherheitsbeauftragter mangelhaft ausgeübt zu haben.

Kleinehr wiederum kommt immer wieder ins Gerede, weil er mit seiner Künstleragentur am Karneval verdient - dies jedoch hat er mit dem Beginn seiner Selbstständigkeit öffentlich gemacht und nimmt vom CC bei Veranstaltungen auch keinen Cent. Er hat selbst zuletzt seinen Rücktritt angeboten, will über diesen aber frei entscheiden - und wenn er den Schritt vollzieht, dies frühestens am 6. Mai bei der Versammlung der Jecken tun. Dann die Eskalation: Als es vor rund zwei Wochen im erweiterten Vorstand um die Ablösung Conti Micas ging (der fünfköpfige geschäftsführende Vorstand hatte diese einstimmig beschlossen), gab es Tumult und Beschimpfungen. Kleinehr kritisierte, dass man Conti Mica erst hätte anhören müssen. Es gab keine klare Rückendeckung für die Chefs - der Punkt, ab dem bei Hinkel und Joußen die Rücktrittsgedanken reiften.

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Die Reaktionen CC-Vize Michael Laumen ist schockiert. "Ich hätte mir eine neue Diskussion im erweiterten Vorstand nach Ostern gewünscht." Auch Vize Rolf Herpens wusste nichts. Ex-Venetia Janine Kemmer, eine sehr aktive Karnevalistin, postet bei Facebook: "Der Informationsfluss hätte im Sinne des Düsseldorfer Karnevals deutlich anders laufen müssen!" Ihr Mann Dirk (Präsident Prinzengarde Rot-Weiss): "Ich kann nicht verstehen, dass sich vier gestandene Männer nicht zusammenraufen können, trotz aller Meinungsverschiedenheiten. Man hätte die Konflikte anders lösen können und müssen. Aber nun ist das Kind in den Brunnen gefallen. Offenbar sind da vier Alphatiere aufeinander geprallt."

Die Nachfolge Kleinehr hat oft gesagt, dass er einmal CC-Präsident werden möchte, hält den Zeitpunkt aber aus beruflichen Gründen für verfrüht. Dirk Kemmer und andere halten ihn für geeignet. Viele Karnevalisten finden andererseits, dass Hinkel einen sehr guten Job gemacht, durch seine Art neue Menschen für den Karneval begeistert hat - und hoffen, dass er sich den Schritt noch einmal überlegt. Da reagiert Hinkel jedoch äußerst zurückhaltend, auch weil Joußens Abschied wohl endgültig ist.

Neben Kleinehr wird eine Reihe weiterer Namen für die CC-Spitze gehandelt. Mit Janine Kemmer käme erstmals eine Frau in die Top-Position, sie hat damit schon öffentlich geliebäugelt - und auch Amazonen-Chefin Astrid Brauckhoff wird genannt. Jobsi Driessen, der Präsident des Prinzenclubs, war früher mehrfach Kandidat und hätte sicher das passende Format, ebenso kommt Blau-Weiss-Präsident Michael Schweers in Frage.

Quelle: RP
 
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