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Düsseldorf
Wertvolles Mosaik in der Kapelle ist gerettet

Düsseldorf: Wertvolles Mosaik in der Kapelle ist gerettet
Restaurator Helmut Glatzer vor dem wertvollen Mosaik (oben rechts), das den Heiligen Paulus zeigt. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Die Wände der Lantz'schen Kapelle sind mit vielen Heiligenbildern verziert. Sie werden nun aufwendig vor dem Verfall bewahrt. Von Julia Brabeck

In der Kapelle Lantz wurde jetzt das erste Mosaik fertig restauriert. Die Darstellung des Heiligen Paulus, eines von neun weiteren weiblichen und männlichen Heiligenbildern, hatte stark unter Feuchtigkeit gelitten. Viele der kleinen Steinchen hatten sich gelockert und waren aus dem Bild herausgefallen. Die Ursache waren Schäden am Dach, die über mehrere Jahre nicht behoben wurden und durch die Regenwasser eindrang. Inzwischen wurde eine umfassende Sanierung des Daches und der Außenfassade vorgenommen. Bei den dafür notwendigen Untersuchungen wurde festgestellt, dass beim Bau der Kapelle nur die wertvollsten Materialen verwendet wurden und die besten Handwerker, die schon beim Aachener und Kölner Dom mitgearbeitet hatten, am Werk waren. Die Mosaike in der Kapelle wurden aus Glassteinen, die in Spezialwerkstätten in Murano hergestellt wurden, zusammengesetzt. Deshalb war Restaurator Helmut Glatzer auch froh, dass viele der herausgefallenen Steine aufbewahrt worden waren. Diese sind zum Teil kleiner als ein Stecknadelkopf. Alleine für die Umrandung des Auges des Heiligen Paulus wurden 19 dieser winzigen Steine verwendet.

Gesichert wurde das rund 140 mal 60 Zentimeter große Mosaik bereits vor sechs Jahren. Glatzer hatte dafür das Kunstwerk mit Fotos dokumentiert und die Motive abgepaust, bevor er Steinchen für Steinchen von der Wand löste und auf eine Leinwand fixierte. Eingelagert wurde das Mosaik zunächst in der Kaiserswerther Glaswerkstatt Derix, wo es in den vergangenen Monaten rekonstruiert und jetzt wieder an die inzwischen trockengelegte Wand aufgebracht wurde. Derix ist weltbekannt für ihre Glasrestaurierungsarbeiten, hat beispielsweise schon Fenster für die Sixtinische Kapelle in Rom geliefert.

"Der Aufwand beim Paulus-Mosaik war sehr groß, denn jedes einzelne Steinchen musste gesäubert und sortiert werden", sagt Glatzer. Finanziert wurden die 27.000 Euro teuren Arbeiten vom Förderverein Lantz'sche Kapelle Lohausen. Dieser hat noch viel vor, möchte erreichen, dass die Kapelle wieder im alten Glanz erstrahlt. "Wir wollen als Nächstes die Mosaike im Bogen der Apsis in der Kapelle restaurieren lassen", sagt Schatzmeister Klaus Scherschel. Danach soll der Terrazzoboden saniert werden. Das ist schon länger geplant, aber dort gibt es immer noch feuchte Stellen, deren Ursache erst geklärt werden muss.

Unter dem Boden befinden sich Grabkammern, denn das kleine Gotteshaus wurde als Grabkapelle erbaut, in deren Gruft Mitglieder der Familie Lantz ruhen. Solche so genannte Memorialkapellen sind selten im deutschsprachigen Raum. In NRW findet man nur noch ein weiteres vergleichbares Bauwerk.

Ein weiteres Ziel des Fördervereins ist es, das besondere Bauwerk verstärkt der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. "Unser Nutzungskonzept ist voll aufgegangen. Immer mehr Menschen wollen in der Kapelle Hochzeiten und Taufen feiern", sagt Siegfried Küsel, Vereinsvorsitzender. Zudem ist im Januar auch ein Tag der offenen Tür geplant. Wer bis dahin nicht warten möchte, sollte bei einem Besuch des Parks auf Musik achten. Denn dann sitzt Vereinsmitglied Roswith Nowak in der Kapelle am Klavier, um die Spaziergänger auf die Öffnung des Gebäudes aufmerksam zu machen.

Quelle: RP
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